WDH: BDI und VDA zwiespÀltig nach einem Jahr EU-US-Zolldeal
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 08:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDamit wird eine missverstÀndliche Formulierung prÀzisiert.)
WASHINGTON/BRĂSSEL (dpa-AFX) - Ein Jahr nach der Einigung zwischen der EuropĂ€ischen Union und den USA blicken VerbĂ€nde zwiespĂ€ltig auf das bilaterale Handelsabkommen. "Der Turnberry-Deal hat fĂŒr die Industrie bisher nur bedingt StabilitĂ€t gebracht. Das Abkommen war immer ein schmerzhafter Kompromiss", sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).
EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und US-PrĂ€sident Donald Trump hatten sich am 27. Juli 2025 im schottischen Turnberry nach einem monatelangen Zollkonflikt auf eine Einigung verstĂ€ndigt. Allerdings wurde noch wochenlang um Details gerungen, bis schlieĂlich am 21. August 2025 die gemeinsame ErklĂ€rung zum bilateralen Handelsabkommen folgte.
Auf die meisten europĂ€ischen Einfuhren durfte seither maximal ein Aufschlag von 15 Prozent des Warenwertes erhoben werden. BrĂŒssel machte zudem ZugestĂ€ndnisse und schaffte etwa EU-Zölle auf US-IndustriegĂŒter ab. Seit Ende Juli liegt der pauschale Zollsatz fĂŒr EU-Importe in die USA allerdings aufgrund einer anderen Grundlage bei 10 Prozent, wie eine Sprecherin der EU-Kommission der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
VerbÀnde beklagen höhere, branchenspezifische Zölle
Zwar sei es positiv zu bewerten, dass sich die USA "gröĂtenteils" an die Obergrenze eines Zolls in Höhe von 15 Prozent hielten, sagte Niedermark vom BDI weiter. Keine Lösung gebe es hingegen weiter fĂŒr die teils 50-prozentigen Zölle auf Stahl und Aluminium sowie die SĂ€tze in Höhe von 25 Prozent auf bestimmte Lkw-Einfuhren. "Bei den Zöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte droht nach zwischenzeitlichen Verbesserungen wieder eine Ausweitung der US-MaĂnahmen", kritisierte er.
Unmut gibt es auch aus der Automobilindustrie. "Die aktuellen US-Zölle in Höhe von 15 Prozent fĂŒr Pkw und deren Teile stellen weiterhin eine spĂŒrbare Herausforderung fĂŒr die deutsche Automobilindustrie dar", sagte ein Sprecher des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Er kritisierte zudem, dass die "sehr hohen zusĂ€tzlichen US-Zölle auf europĂ€ische Nutzfahrzeuge und deren Teile eine erhebliche Belastung fĂŒr die betroffenen Unternehmen" darstellten. Vor dem Amtsantritt von Trump lag der Zollsatz fĂŒr Pkw noch bei 2,5 Prozent.
