WDH/ Gasspeicherverband: FĂŒllstĂ€nde auf Rekordtief
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 12:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(Im Leadsatz wurde der Zeitpunkt ergÀnzt)
BERLIN (dpa-AFX) - Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit nach Angaben ihres Branchenverbands Ines zum Zeitpunkt Mitte August so gering gefĂŒllt wie noch nie seit Start der Aufzeichnungen im Jahr 2011. "Der aktuelle GasspeicherfĂŒllstand ist mit Abstand der tiefste FĂŒllstand zu dieser Zeit, der seit Aufzeichnung der SpeicherfĂŒllstĂ€nde in Deutschland aufgetreten ist", sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Initiative Energien Speichern (Ines), Sebastian Heinermann, der Deutschen Presse-Agentur. "Es handelt sich somit um einen historischen Tiefstand."
Am Donnerstag hatte das Bundeswirtschaftsministerium versucht, Sorgen um etwaige EngpĂ€sse bei der Gasversorgung in der kalten Jahreszeit zu zerstreuen und mitgeteilt, nach aktuellem Erkenntnisstand sei eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten. Man nehme es ernst, dass die deutschen Gasspeicher deutlich weniger gefĂŒllt seien als in den vergangenen Jahren. Gleichzeitig lasse sich die Versorgungssicherheit nicht allein an einem SpeicherfĂŒllstand ablesen. Gas komme insbesondere ĂŒber Pipelines aus Norwegen, Importterminals fĂŒr FlĂŒssiggas (LNG) und von europĂ€ischen NachbarlĂ€ndern.
Hohe Gaspreise wegen faktischer Blockade der StraĂe von Hormus
Heinermann sagte weiter, derzeit liege der GasspeicherfĂŒllstand bei 49 Prozent, im vergangenen Jahr seien es zum gleichen Zeitpunkt bereits 67 Prozent gewesen. Selbst wenn die derzeit gebuchten SpeicherkapazitĂ€ten - der Buchungsstand betrĂ€gt aktuell 78 Prozent der deutschen GasspeicherkapazitĂ€ten - bis zum Winter vollstĂ€ndig befĂŒllt wĂŒrden, wĂŒrde die gespeicherte Gasmenge nicht ausreichen, um die Versorgung bei extrem tiefen Temperaturen vollstĂ€ndig abzusichern. Derzeit lĂ€gen die Beschaffungskosten fĂŒr Gas hĂ€ufig ĂŒber den fĂŒr den Winter erzielbaren Verkaufspreisen. Damit bestehe kaum ein wirtschaftlicher Anreiz zur Einspeicherung.
Das Haus von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht bei der Wintervorsorge vor allem die Privatwirtschaft mit Gasunternehmen und HÀndlern in der Pflicht. Ein staatlicher Eingriff berge Risiken, hieà es. Dennoch bereite die Bundesregierung "die notwendigen Handlungsoptionen so vor, dass sie bei einer Verschlechterung der Lage schnell und gezielt eingesetzt werden können", so das Ministerium.
Die Gaspreise sind in diesem Sommer wegen des Iran-Kriegs mit der faktischen Blockade der StraĂe von Hormus ungewöhnlich hoch, weshalb HĂ€ndler weniger Gas fĂŒr den Verkauf im Winter einkaufen. Der Preis fĂŒr europĂ€isches Erdgas war Mitte der Woche auf das höchste Niveau seit der Anfangsphase des Iran-Kriegs.
