Ăkonomen-Stimmen zur Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed
17.06.2026 - 22:34:40 | dpa.deDer Zentralbankrat stimmte geschlossen fĂŒr eine erneute Zinspause. Damit bleibt die Spanne zum vierten Mal in diesem Jahr bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh wollte in seiner ersten Sitzung die von US-PrĂ€sident Donald Trump geforderten Zinssenkungen nicht durchsetzen - stattdessen kĂŒndigte er weitreichende Reformen in der Fed an. In der Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung machte Warsh zudem deutlich, dass er zum Ziel der PreisstabilitĂ€t steht.
EinschĂ€tzungen von Ăkonomen zu den geldpolitischen BeschlĂŒssen im Ăberblick:
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank
Die Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine Zinsanhebung ist in Anbetracht der Projektionen und des Wortlauts wĂ€hrend der Pressekonferenz wahrscheinlicher geworden, allerdings ist diese auch nicht in Stein gemeiĂelt. Die Fed wird weiterhin zunĂ€chst eine beobachtende Rolle einnehmen. Doch bei aller Spekulation ĂŒber den zukĂŒnftigen geldpolitischen Kurs bleibt heute vor allem eines hĂ€ngen: Kevin Warsh steht zum Ziel der PreisstabilitĂ€t.
Bernd Weidensteiner, Analyst bei der Commerzbank
"Etliche Fed-Offizielle neigen offenbar inzwischen zu einer Zinserhöhung, aber wir halten einen solchen Schritt weiter fĂŒr unwahrscheinlich. Warsh plant umfangreiche Ănderungen in der Geldpolitik und hat hierfĂŒr fĂŒnf Arbeitsgruppen eingesetzt, die VorschlĂ€ge erarbeiten sollen. Bereits heute zeigte sich, dass die Fed ihre Kommunikation deutlich reduziert."
Stephen Brown, Chefvolkswirt fĂŒr Nordamerika beim Analysehaus Capital Economics
"Die Median-Prognose deutet nun auf eine deutliche Wahrscheinlichkeit hin, dass der geldpolitische Rat die Zinsen anheben wird; angesichts der Aussage von Kevin Warsh - 'wir haben in puncto PreisstabilitÀt noch etwas Arbeit vor uns' - gehen wir weiterhin davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr erhöhen wird."
Elmar Völker, Analyst bei der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg
"Der Stabwechsel an der Spitze der US-Notenbank ist relativ gerĂ€uschlos vonstattengegangen. Auch unter der FĂŒhrung von Donald Trumps Favoriten Kevin Warsh wird die Fed dem vehementen Wunsch des PrĂ€sidenten nach tieferen Leitzinsen so bald nicht nachkommen. Zu groĂ ist die Gefahr, dass die Nachwirkungen des Iran-Kriegs die Inflation fĂŒr lĂ€ngere Zeit auf einem unangenehm hohen Niveau halten. Zumal die WachstumskrĂ€fte der US-Wirtschaft durch den Energiepreisschock offenbar weniger stark beeintrĂ€chtigt werden als jene in Europa."
Thomas Altmann, Vermögensverwalter bei QC Partners
"Mit dem neuen Notenbank-PrÀsidenten hat sich auch der Wortlaut des Statements verÀndert. Die Fed des Kevin Warsh stellt die PreisstabilitÀt ganz klar an die erste Stelle. Im letzten Statement war noch von einem Streben nach PreisstabilitÀt die Rede. Jetzt heià es, dass die Fed PreisstabilitÀt liefern wird. In der Sprache der Notenbanker, in der jedes einzelne Wort zÀhlt, ist diese VerÀnderung ein Quantensprung."
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