Weniger Ziele von deutschen FlughÀfen erreichbar
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 16:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAuch die Zahl der angebotenen FlĂŒge zu den verbliebenen Zielen hat sich deutlich verringert, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) fĂŒr die einzelnen Standorte zusammengetragen hat.
Startpunkt fĂŒr die Flaute war zunĂ€chst die Corona-Pandemie zu Jahresbeginn 2020 und darauffolgend die im europĂ€ischen Vergleich langsame Erholung des Flugverkehrs in Deutschland. Der BDL macht dafĂŒr die krĂ€ftig erhöhten Steuern und staatlichen GebĂŒhren verantwortlich.
Dem Verband zufolge wurden 2019 aus Deutschland 1.678 Strecken mindestens einmal in der Woche bedient. Dabei wurden 1,7 Millionen PassagierflĂŒge absolviert. Im laufenden Jahr werden es voraussichtlich 1.544 Strecken mit knapp 1,4 Millionen FlĂŒgen sein, erklĂ€rt der BDL anhand des Flugplans. 483 in dieser Zeit eingestellten Strecken stehen auch 349 neu eingerichtete gegenĂŒber. Auf den weiterhin bestehenden Verbindungen wurden 370.000 Frequenzen abgesagt und 120.000 hinzugefĂŒgt.
Mehr Mittelmeer, weniger innerdeutsch
Besonders viel wurde bei den innerdeutschen FlĂŒgen gestrichen, die nicht als Zubringer in eines der Interkontinental-Drehkreuze Frankfurt oder MĂŒnchen gingen. Hier wurden 55 Prozent der Strecken und 83 Prozent der FlĂŒge eingestellt. Auch fehlen Verbindungen in europĂ€ische Metropolen wie ZĂŒrich oder Warschau, wĂ€hrend touristische Ziele im Mittelmeerraum weniger betroffen seien. Durch den russischen Angriffskrieg mussten zudem alle FlĂŒge nach Russland, Belarus und in die Ukraine eingestellt werden. UnverĂ€ndert blieb im GroĂen und Ganzen das Interkontinentalangebot.
Mit einem interaktiven "KonnektivitĂ€tsatlas" zeigt der BDL die VerĂ€nderungen des Angebots an 26 deutschen FlughĂ€fen. Hauptproblem fĂŒr die WirtschaftsrĂ€ume sei die schwindende QualitĂ€t: "Wo frĂŒher Verbindungen in europĂ€ische Wirtschaftszentren bestanden, ist heute oft kein Angebot mehr vorhanden - oder das Angebot ist heute so gering, dass es fĂŒr GeschĂ€ftsreisende auf vielen Strecken nicht mehr attraktiv ist", sagt BDL-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Joachim Lang.
