Wie die Schweizer die Löcher im Emmentaler KÀse retten
Veröffentlicht am: 03.04.2026 um 10:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Ich bin sehr froh, dass es dieses Pulver gibt", sagt KĂ€sermeister Andreas Brunner (58). "Ich hatte ĂŒber die Jahre immer weniger Löcher."
Das Problem: die Milch ist zu sauber geworden. FrĂŒher, als die KĂŒhe noch von Hand gemolken wurden, waren nach Angaben von Fachleuten immer Heupartikel aus dem Stall in der Milch. Daran bildeten sich bei der KĂ€segĂ€rung die Löcher. Mit automatischen Melkmaschinen geht die Milch aber vom Euter direkt zur KĂŒhlung in einen Tank, ohne Heupartikel.
Gemahlene Bioheublumen
Das Lochansatzpulver besteht zu 100 Prozent aus gemahlenen Bioheublumen. Brunner verwendet fĂŒr die Produktion von mehr als 600 Kilogramm KĂ€se gerade mal eine Messerspitze. "Bei mir ist es mit den Löchern dadurch besser geworden", sagt er.
Der Verband Emmentaler Switzerland musste fĂŒr den Einsatz von Lochansatzpulver vor Gericht ziehen. "Heublumenpulver sei zurzeit die einzige und beste Lösung gegen die verschwindenden Löcher", fasste das Bundesverwaltungsgericht seinen Antrag zusammen. Das Bundesamt fĂŒr Landwirtschaft, das strenge Auflagen fĂŒr Agrarprodukte hat, wollte den Einsatz nicht zulassen. Es befĂŒrchtete eine Industrialisierung der Produktion. Deshalb ist der Weg erst seit dem Urteil des Gerichts 2025 frei.
