Wienerberger, Aktie

Wienerberger Aktie: Neues Jahrestief bei 20,34 Euro

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wienerberger senkt EBITDA-Prognose auf 700 Mio Euro. Der Aktienkurs fällt auf ein neues Jahrestief. Analysten zeigen sich gespalten.

Wienerberger Aktie: Prognose gesenkt, Kurs auf Jahrestief
Abstrakte Darstellung einer modernen Baustelle bei Dämmerung, die die Bauindustrie symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wienerberger korrigiert seine Ziele drastisch nach unten. Der Baustoffkonzern reagiert damit auf die anhaltende Flaute im internationalen Wohnungsbau. Die Quittung folgte an der Börse sofort: Das Papier markierte bei 20,34 Euro ein neues Jahrestief.

Schwache Märkte drücken Ergebnis

Der Vorstand senkte die Prognose für das operative EBITDA auf rund 700 Millionen Euro. Zuvor hatte das Unternehmen noch 810 Millionen Euro angepeilt. Vor allem die schwache Nachfrage in den USA, Kanada und Großbritannien belastet die Bilanz schwer.

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz dank Zukäufen wie der Italcer-Gruppe auf 1,41 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank parallel dazu auf 230 Millionen Euro. Allein die Flaute in Übersee kostete den Konzern rund 30 Millionen Euro an Gewinn.

Mit einem Relative-Stärke-Index von 29,2 gilt der Titel nun technisch als überverkauft. Dies könnte kurzfristig spekulative Käufer anlocken. Der Kurs liegt allerdings weiterhin deutlich unter seinem Durchschnitt der letzten 200 Tage.

Analysten uneins über Bodenbildung

Die Analysten bewerten die Lage unterschiedlich. Die Berenberg Bank stutzte ihr Kursziel auf 25,00 Euro. Sie bleibt jedoch bei ihrer Kaufempfehlung und setzt auf eine zyklische Erholung der europäischen Baubranche.

Die US-Bank Citi zeigt sich skeptischer. Sie stufte das Papier auf „Neutral“ herab und sieht das Kursziel bei 22,00 Euro. Die Experten begründen diesen Schritt mit der fehlenden Planbarkeit in wichtigen Kernmärkten.

Effizienz und Sanierung im Blick

Konzernchef Heimo Scheuch beschleunigt nun das Sparprogramm „Fit for Growth“. Ziel ist es, die Betriebskosten und die Kapitalbindung spürbar zu verringern. Wienerberger will so die Abhängigkeit vom schwankenden Neubaugeschäft weiter reduzieren.

Inzwischen erwirtschaftet das Unternehmen über 60 Prozent seiner Erlöse in stabileren Segmenten. Dazu zählen vor allem die Bereiche Infrastruktur und Renovierung. Dieser Umbau soll den Konzern krisenfester machen.

Die finalen Halbjahreszahlen im August 2026 werden Klarheit über den Erfolg der Sparmaßnahmen bringen. Marktteilnehmer achten dabei besonders auf die Entwicklung der Margen im zweiten Halbjahr.

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