WOCHENAUSBLICK, Unternehmenszahlen

WOCHENAUSBLICK: Unternehmenszahlen könnten Dax auf Rekordkurs halten

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 14:38 Uhr | dpa.de

Ungeachtet geopolitischer Brandherde könnte die bislang mehrheitlich positiv aufgenommene Unternehmensberichtssaison den Dax DE0008469008 auch in der neuen Börsenwoche stützen.

Fallende Ölpreise und starke Zahlen großer Technologieunternehmen hatten zuletzt das Vertrauen in die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) wieder gestärkt. Der Daax näherte sich vor dem Wochenende bis auf wenige Punkte seinem Anfang Juli erreichten Rekordhoch von rund 25.900 Punkten.

"Eine Flut überwiegend positiver Quartalszahlen sorgt derzeit für Rückenwind und überlagert die geopolitischen Sorgen zumindest vorübergehend. Die Berichtssaison könnte den Märkten eine neue Navigationsroute weisen und den Investoren den zuletzt verloren geglaubten Kompass zurückgeben", glaubt Marktanalyst Timo Emden von Emden Research.

Der Iran-Krieg sei jedoch nach wie vor ein Unsicherheitsfaktor, der jederzeit für erhöhte Nervosität sorgen könne, so Emden weiter. Insofern dürfte die "Gratwanderung zwischen Gewinnoptimismus und Risikobewusstsein den Handel weiter prägen". Der weitere Weg in Richtung Rekordhöhen sei entsprechend schmal.

Für Daniela Hathorn, Marktanalystin bei der Handelsplattform capital.com, zeigt die aktuelle Berichtssaison erneut, "dass Anleger Unternehmen belohnen, die KI-Investitionen in greifbares Wachstum umwandeln können. Gleichzeitig bleiben sie bei steigenden Investitionsausgaben ohne klar erkennbare Rendite skeptisch".

Aus Sicht des Aktienstrategen Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ist bei der anhaltenden Diskussion um eine KI-Blase nicht die aktuelle Bewertung besorgniserregend. Denn sie bewege sich selbst bei den Halbleiterwerten dank üppiger Gewinne nur auf einem Durchschnittsniveau. Vielmehr bestünden Zweifel an der Nachhaltigkeit dieser Gewinne, wenn man die Zyklizität dieses Sektors und die Erfahrungen aus anderen von Megathemen geprägten Phasen berücksichtige.

Die Hoffnung auf weiterhin überwiegend gute Bilanzen könnten in der neuen Woche zahlreiche Unternehmen unter Beweis stellen. Allein aus dem 40 Werte umfassenden deutschen Leitindex Dax stehen bei rund der Hälfte der Unternehmen Quartalszahlen zur Veröffentlichung an. Am Dienstag wollen Bayer DE000BAY0017, Continental DE0005439004, FMC DE0005785802 und Zalando DE000ZAL1111 ihre Bücher öffnen.

Für Mittwoch stehen die Resultate von Fresenius DE0005785604, DHL Group DE0005552004, Siemens Energy DE000ENER6Y0, Vonovia DE000A1ML7J1, Infineon DE0006231004 und Beiersdorf DE0005200000 auf der Agenda. Am Donnerstag folgen Commerzbank DE000CBK1001, Deutsche Telekom DE0005557508, Merck KGaA DE0006599905 und Siemens DE0007236101 mit Informationen zu ihrer Geschäftsentwicklung. Für Freitag sind die Kennziffern von Allianz DE0008404005, Daimler Truck DE000DTR0CK8 und Munich Re DE0008430026 terminiert.

Flankiert wird die Zahlenflut der Unternehmen in der neuen Woche von einigen wichtigen Konjunkturdaten. Laut Helaba-Expertin Claudia Windt könnten aktuelle Daten zu den deutschen und europäischen Einkaufsmanagerumfragen aufzeigen, "ob die solide Grundstimmung auch zu Beginn des dritten Quartals noch trägt". Frische Produktionszahlen und Auftragseingänge aus Deutschland könnten signalisieren, "ob sich eine Belebung der Industrie in den harten Zahlen niederschlägt". In den USA steht der monatliche Arbeitsmarktbericht im Fokus.

Zuletzt stand der Iran-Krieg und dessen Folgen einer beschleunigten deutschen Wirtschaftsleistung nicht im Weg. Mit 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete die heimische Wirtschaft das stärkste Wachstum in den vergangenen dreieinhalb Jahren verzeichnet, bemerkte Analyst Sascha Rehbein von der Weberbank. "Die Wachstumsdynamik hat sich in den letzten vier Quartalen sukzessive verbessert, und auch der Ausblick bleibt aus unserer Sicht vorsichtig optimistisch."

Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, besteht nach den jüngsten Inflationsdaten für Deutschland und die Eurozone für die Europäische Zentralbank (EZB) damit kein akuter Handlungsbedarf. "Ob die europäischen Währungshüter auf ihrer nächsten Sitzung im September den Zins anheben werden, darf infrage gestellt werden." Ein denkbares Szenario wäre auch, dass die EZB vorerst in der Beobachterrolle bleibt und erst im Dezember den Zins erneut um 0,25 Prozentpunkte anhebt./edh/la/mis

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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