Xiaomi, Aktie

Xiaomi Aktie: Micron verschÀrft Chipdruck

Veröffentlicht am: 25.06.2026 um 16:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hohe Speicherchip-Preise und operative Verluste im E-Auto-GeschĂ€ft drĂŒcken die Xiaomi-Aktie nahe ans Jahrestief.

Xiaomi Aktie unter Druck: Chipkosten und E-Auto-Verluste belasten
Abstrakte Darstellung der Halbleiterindustrie mit einem dichten Netz aus leuchtenden Mikrochips und Schaltkreisen unter Druck. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Starke KI-Nachfrage, schwache Kurse. Bei Xiaomi klaffen RealitĂ€t und Marktstimmung weit auseinander. Die Papiere stĂŒrzten am Donnerstag auf 2,50 Euro ab. Damit notiert der Titel nur noch hauchdĂŒnn ĂŒber dem 52-Wochen-Tief.

Teure Chips fressen den Gewinn

Ein Auslöser fĂŒr den Preisverfall liegt in den USA. Der Speicherchip-Hersteller Micron meldete soeben einen Rekordumsatz von 41,5 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie schlug die Analystenerwartungen mit 25,11 US-Dollar deutlich. FĂŒr Xiaomi ist das eine Hiobsbotschaft.

Samsung und Micron lenken ihre Produktion massiv auf KI-Rechenzentren um. Die Folge: Vertragspreise fĂŒr Smartphone-Speicherchips haben sich verfĂŒnffacht. Da der Großteil der Xiaomi-Smartphones im Niedrigpreissegment liegt, geraten die Margen massiv unter Druck. Jefferies prognostiziert fĂŒr 2026 einen MargenrĂŒckgang um fĂŒnf Prozentpunkte.

Elektroautos als VerlustgeschÀft

Auch das AutomobilgeschĂ€ft bereitet Sorgen. In den ersten fĂŒnf Monaten lieferte Xiaomi gut 150.000 Fahrzeuge aus. Das Jahresziel von 550.000 Einheiten rĂŒckt damit in weite Ferne. Analysten von Jefferies senkten ihre Prognose bereits auf 495.000 StĂŒck.

Um dieses reduzierte Ziel zu erreichen, brĂ€uchte der Konzern Rekordauslieferungen. Bislang verbucht die EV-Sparte jedoch tiefrote Zahlen. Im ersten Quartal stand ein operativer Verlust von 3,1 Milliarden Yuan in den BĂŒchern. Das entspricht einem Minus von rund 5.600 US-Dollar pro ausgeliefertem Fahrzeug.

LeerverkÀufer stocken auf

Das Management steuert mit einem milliardenschweren RĂŒckkaufprogramm gegen. Seit Anfang Juni erwarb Xiaomi Millionen eigene Aktien. Dennoch verlor der Kurs auf Sicht von 30 Tagen fast 24 Prozent. LeerverkĂ€ufer halten derzeit rund neun Prozent des Streubesitzes und setzen auf weitere Kursverluste.

Software-Offensive im Herbst

Parallel dazu bereitet der Konzern einen technischen Neustart vor. Im Juli oder August 2026 stellt Xiaomi in China das neue Betriebssystem HyperOS 4 vor. Der globale Rollout startet voraussichtlich im Oktober. Die Software basiert auf Android 17 und verzichtet komplett auf die alte MIUI-Codebasis.

Kernanwendungen hat das Entwicklerteam in Rust und Flutter neu geschrieben. Zu den Neuerungen zÀhlen eine Liquid-Glass-BenutzeroberflÀche und die tiefe Integration des KI-Assistenten MiClaw. Passend dazu plant Xiaomi laut Medienberichten einen beschleunigten Europa-Start. Die neuen 18-Pro-Modelle sollen bereits Ende September hierzulande erscheinen.

Die strukturellen Margenprobleme durch teure Speicherchips bleiben vorerst bestehen. Am 26. August prĂ€sentiert Xiaomi die Zahlen fĂŒr das zweite Quartal. Dieser Bericht liefert die konkreten Daten, wie stark der Kostendruck die Bilanz tatsĂ€chlich belastet.

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