XPeng Aktie: 35.600 Euro fĂŒr den L03
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 19:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
XPeng hat sein Wachstumstempo in Europa deutlich erhöht â und muss gleichzeitig einen QualitĂ€tsskandal bei einem seiner Topmodelle eindĂ€mmen. Am 16. Juli 2026 stellte der chinesische Elektroautobauer in MĂŒnchen mit dem L03 (auch als Mona L03 bekannt) erstmals ein Modell gleichzeitig weltweit und in China vor. Laut Caixin Global ist das der erste simultane globale Markteintritt eines XPeng-Fahrzeugs ĂŒberhaupt â Teil einer breiteren Strategie chinesischer Hersteller, angesichts eines nachlassenden Heimatmarktes höhere Margen in Europa zu erzielen.
Kompakt-SUV L03 tritt gegen Tesla an
Der L03 ist als CoupĂ©-SUV mit einem cW-Wert von 0,228 positioniert und soll direkt mit dem Tesla Model Y konkurrieren. In Europa startet die batterieelektrische Version bei 35.600 Euro, die ReichweitenverlĂ€ngerungs-Variante mit Range Extender bei 38.600 Euro. In China beginnt der Einstiegspreis bei 123.800 Yuan. Die Reichweite reicht laut Herstellerangaben bis zu 520 Kilometer im rein elektrischen Betrieb, die Verbrenner-Range-Extender-Variante kommt nach CLTC-Norm auf eine Gesamtreichweite von ĂŒber 1.330 Kilometern. Das Fahrzeug lĂ€dt in 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Gestaltet wurde der L03 laut Herstellerangaben vom frĂŒheren Ferrari-Designer JuanMa LĂłpez. CEO He Xiaopeng positioniert das Modell technologisch ambitioniert: Das Assistenzsystem VLA 2.0 solle in engen StraĂenverhĂ€ltnissen sogar Teslas FSD ĂŒbertreffen, eine Level-4-Autonomie sei bis 2028 geplant.
Flugauto und Roboter als zweites Standbein
Parallel zum L03 prĂ€sentierte XPeng in MĂŒnchen auch den "Land Aircraft Carrier" â ein sechsrĂ€driges Elektrofahrzeug mit abnehmbarem, zweisitzigem eVTOL-Flugmodul. FĂŒr das Fahrzeug liegen bereits mehr als 7.000 Vorbestellungen vor, eine Fabrik mit einer JahreskapazitĂ€t von 10.000 Einheiten steht bereit. Die Serienproduktion ist fĂŒr 2026 geplant, zunĂ€chst mit Auslieferungen in China. ZusĂ€tzlich treibt XPeng den humanoiden Roboter IRON voran, dessen globaler Marktstart fĂŒr 2027 vorgesehen ist; bis Ende 2026 soll die Roboterproduktion auf ĂŒber 1.000 Einheiten pro Monat steigen. CEO He Xiaopeng leitet die Robotik-Sparte des Unternehmens persönlich. Auf der Kooperationsseite bestĂ€tigte Volkswagen, seit MĂ€rz 2026 ein erstes gemeinsames Modell mit XPeng-Technologie zu produzieren, wĂ€hrend der Zulieferer Autoliv seine Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller ausgebaut hat.
Anstieg der Verluste trotz Rekordinteresse
Die Wachstumsstory hat allerdings zwei Kehrseiten. Zum einen musste XPeng im Juli 2026 nach gehĂ€uften AusfĂ€llen der Luftfederung beim SUV X9 â Fahrer in Chongqing meldeten ein Ăberhitzen der Kompressoren bei hohen Temperaturen â öffentlich um Entschuldigung bitten. Am 15. Juli kĂŒndigte das Unternehmen an, die Garantie auf die vorderen Luftfedern auf acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer zu verlĂ€ngern. Bereits im September 2025 hatte XPeng rund 47.490 Fahrzeuge des Modells P7+ zurĂŒckgerufen. Zum anderen zeigen die GeschĂ€ftszahlen fĂŒr das erste Quartal 2026 deutlichen Druck: Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 17,56 Prozent auf 13,034 Milliarden Yuan, wĂ€hrend sich der Nettoverlust um 168,67 Prozent ausweitete. Immerhin meldete XPeng fĂŒr Juni 2026 mit 40.126 ausgelieferten Fahrzeugen ein Auslieferungsplus von 16 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat, und die Mona L03 verzeichnete laut chinesischen Medienberichten binnen einer Stunde nach Verkaufsstart fast 47.000 verbindliche Vorbestellungen.
Analysten uneins, Kurs unter Druck
An den FinanzmĂ€rkten spiegelt sich die widersprĂŒchliche Lage in gespaltenen EinschĂ€tzungen wider. FĂŒr die in den USA gehandelten Papiere (XPEV) sehen die Analysten von Bank of America ein Kursziel von 25 US-Dollar mit einer Kaufempfehlung, Citi votiert mit einem Ziel von 22,50 US-Dollar ebenfalls fĂŒr Kauf, wĂ€hrend Barclays mit "Underweight" und einem Kursziel von nur 15 US-Dollar deutlich vorsichtiger bleibt. FĂŒr die in Hongkong gelisteten Aktien (9868.HK) bekrĂ€ftigte CICC am 17. Juli eine Kaufempfehlung mit Kursziel 78 Hongkong-Dollar, Morgan Stanley hatte zuvor sogar 96 Hongkong-Dollar ausgegeben. Die Hongkonger Notierung reagierte auf die Nachrichtenflut am 17. Juli mit einem KursrĂŒckgang von 8,66 Prozent.
Auch die in Europa gehandelten Anteilsscheine gaben zuletzt nach: Am Freitag schloss die Aktie bei 11,82 Euro, ein Tagesminus von 3,90 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein RĂŒckgang von 34,52 Prozent, und zum 52-Wochen-Hoch vom 12. November 2025 betrĂ€gt der Abstand mittlerweile 51,56 Prozent. Die Europa-Expansion mit L03 und Flugauto soll genau hier ansetzen â neue Wachstumsfantasie liefern, wĂ€hrend das Unternehmen operative Baustellen wie den X9-RĂŒckruf und die roten Zahlen im KerngeschĂ€ft in den Griff bekommen muss.AnzeigeXPeng-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue XPeng-Analyse vom 18. Juli liefert die Antwort:Die neusten XPeng-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf fĂŒr XPeng-AktionĂ€re. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.XPeng: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
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