XPeng Aktie: Mona L03 ab 35.600 Euro in München
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 09:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
XPeng hat am 16. Juli 2026 in München sein Kompaktmodell Mona L03 erstmals gleichzeitig in Übersee und in China vorgestellt – eine Premiere für den chinesischen Elektroautobauer. Konzernchef He Xiaopeng hielt dabei erstmals eine komplette Keynote in englischer Sprache und begründete die Wahl Münchens mit der Symbolkraft der deutschen Autoindustrie-Hauptstadt. Während der Vorstoß nach Europa als strategischer Meilenstein gilt, belasten zeitgleich Qualitätsprobleme beim SUV-Modell X9 das Bild des Unternehmens.
Markteintritt mit Kampfpreisen
Der Mona L03 startet in Deutschland bei 35.600 Euro und unterbietet damit den Tesla Model Y um mehr als 3.000 Euro sowie den Audi Q4 e-tron um über 10.000 Euro. XPeng bietet das Modell in vier Ausstattungsvarianten mit Reichweiten zwischen 445 und 520 Kilometern nach WLTP an, dazu eine später 2026 erwartete Range-Extender-Version namens L03 Power X ab 38.600 Euro mit einer Gesamtreichweite von über 1.000 Kilometern. Bestellungen sind bereits in mehr als 60 Ländern möglich, die Auslieferungen sollen im vierten Quartal 2026 beginnen. Für die technische Basis sorgen unter anderem Turing-AI-Chips, das Fahrassistenzsystem VLA 2.0 sowie eine Google-Maps-Integration. He Xiaopeng peilt für Deutschland 8.000 Verkäufe im Jahr 2026 und 20.000 im Jahr 2027 an. Volkswagen ist mit rund fünf Prozent an XPeng beteiligt. Ergänzend zeigte das Unternehmen in Deutschland zudem seinen sogenannten "Land Aircraft Carrier", ein Fluggerät-Modul, das zwei Personen befördern kann.
Luftfederung sorgt für Rückrufdruck
Parallel zur Europa-Offensive kämpft XPeng mit einer Qualitätskrise beim Modell X9. Bei Temperaturen über 40 Grad Celsius berichteten mehrere Besitzer in Chongqing von plötzlich einbrechenden Luftfederungen während der Fahrt. XPeng entschuldigte sich am 15. Juli 2026 öffentlich und verlängerte die Garantie auf die vorderen Luftfedern auf acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer, übertragbar auf Zweitbesitzer. Als technische Ursache gilt ein offenes Regelsystem in Kombination mit dem KI-gestützten Fahrwerk, das zu einer Überhitzung des Kompressors führt. Zulieferer der betroffenen Komponente ist Baolong Technology, das zuvor Vibracoustic als Lieferant ablöste. Es ist nicht der erste Qualitätsvorfall bei XPeng: Im September 2025 musste das Unternehmen bereits 47.490 Fahrzeuge des Modells P7+ wegen Lenkungsproblemen zurückrufen.
Kurs unter Druck, Analysten uneinig
Die Aktie reagierte zuletzt schwach: Am Freitag schloss das Papier bei 11,82 Euro, ein Minus von 3,90 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht damit ein Verlust von 34,52 Prozent zu Buche. Immerhin liegt der aktuelle Kurs noch 16,11 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 10,18 Euro, das erst Ende Juni erreicht wurde. Die Einschätzungen der Analysten gehen weit auseinander. Dongwu Securities bestätigte sein Kaufrating mit einem Kursziel von 197 Hongkong-Dollar. Die Analyseplattform Simply Wall St ermittelt einen fairen Wert von 28,16 US-Dollar und sieht damit ein Aufwärtspotenzial von 108 Prozent – vorausgesetzt, XPeng erreicht bis 2028 einen Umsatz von 137,4 Milliarden Yuan und einen Gewinn von 6,4 Milliarden Yuan, was ein jährliches Umsatzwachstum von 31,6 Prozent voraussetzen würde.
Robotik als zweites Standbein
Neben dem Kerngeschäft mit Elektroautos treibt He Xiaopeng seit dem 10. Juni 2026 persönlich das Robotik-Geschäft des Unternehmens voran. Der humanoide Roboter IRON soll im vierten Quartal 2026 in Serie gehen, ab dem ersten Quartal 2027 in Filialen zum Einsatz kommen, ab dem zweiten Quartal 2027 international ausgerollt werden und bis 2028 auch in Privathaushalten ankommen. Morgan Stanley rechnet für den chinesischen Markt für humanoide Roboter mit 28.000 verkauften Einheiten im Jahr 2026, 262.000 bis 2030 und 2,6 Millionen bis 2035. Zusätzlich hat XPeng in Guangzhou mit internen Mitarbeitertests einer Robotaxi-Plattform begonnen, die auf dem eigenen Turing-AI-Chip und dem VLA2.0-Modell basiert, und einen Kooperationsrahmen mit dem Sicherheitszulieferer Autoliv vereinbart. Der Konzern verfolgt damit eine Doppelstrategie: aggressive internationale Expansion im Autogeschäft bei gleichzeitigem Ausbau des Robotik- und KI-Portfolios – während operative Qualitätsfragen im Stammgeschäft ungelöst bleiben.AnzeigeXPeng-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue XPeng-Analyse vom 18. Juli liefert die Antwort:Die neusten XPeng-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für XPeng-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.XPeng: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
de | US98422D1054 | XPENG | boerse | 69793359 |
