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ZEAL Network Aktie: Kursziel auf 83 Euro

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 09:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ZEAL Network profitiert von Rekordjackpots bei Lotto 6/49 und plant Expansion nach Großbritannien durch die Übernahme von SevenCanyon.

ZEAL Network Aktie: Neues Kursziel nach Rekordquartal und Übernahme
Ein abstraktes digitales Netzwerk mit leuchtenden Linien und Knoten, das Konnektivität und Wachstum symbolisiert. Die Stimmung ist optimistisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein außergewöhnlich starkes Jackpot-Quartal und eine überraschende Übernahme in Großbritannien lassen die Analysten von NuWays AG optimistischer werden. Das Bankhaus hob das Kursziel für ZEAL Network von 80 auf 83 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. Der Auslöser: Lotto 6/49 knackte erstmals seit Einführung der aktuellen Jackpot-Regeln die 50-Millionen-Euro-Grenze — und blieb dort hartnäckig kleben.

Lotto 6/49 sorgt für Rekordquartal

Elf Höchstjackpots in einem einzigen Quartal — das ist ungewöhnlich für eine Lotterie, die im direkten Vergleich mit dem Eurojackpot meist das Nachsehen hat. Genau das machte Lotto 6/49 im zweiten Quartal zum Wachstumstreiber: Die Einsätze legten um rund 23 Prozent im Jahresvergleich zu, während der Eurojackpot mit knapp 3 Prozent moderater wuchs. In Summe kletterte der deutsche Lotteriemarkt um etwa 11 Prozent — nach einem eher schwachen ersten Quartal ein deutlicher Schub.

ZEAL Network profitiert davon überproportional. NuWays rechnet damit, dass das Unternehmen den Markt um rund 13 Prozentpunkte outperformt, getrieben von Online-Marktanteilsgewinnen und einer stärkeren Kundenaktivierung in Hochjackpot-Phasen. Die Billings sollen im zweiten Quartal um 24 Prozent zulegen, der Umsatz durch einen günstigeren Produktmix sogar um 30 Prozent. Das EBITDA soll mit rund 27 Prozent ähnlich stark wachsen, auch wenn höhere Marketingausgaben für eigene Formate einen Teil des Hebels auffressen.

SevenCanyon bringt zweiten Heimatmarkt

Parallel zur starken operativen Entwicklung hat ZEAL eine Übernahme eingefädelt, die strategisch mehr Gewicht hat als ihr Preis vermuten lässt. Das Unternehmen übernimmt die verbleibenden 96,5 Prozent an SevenCanyon, einem britischen Anbieter von digitalen Gewinnspielen für Autos, Häuser und Lifestyle-Preise — ein Geschäftsmodell, das ZEALs eigenen Formaten Traumhaus und Traumauto ähnelt. Seit 2018 war ZEAL bereits als Minderheitsinvestor an Bord, kennt das Geschäft also von innen.

Der Kaufpreis liegt bei bis zu 45 Millionen Euro inklusive Earn-out und wird vollständig über einen neuen Kredit über 40 Millionen Euro fremdfinanziert. Für 2027 rechnet NuWays mit rund 30 Millionen Euro Umsatz und 8 Millionen Euro EBITDA aus dem britischen Geschäft — bei einem Bewertungsmultiple von etwa 5,6 mal EBITDA, deutlich günstiger als ZEALs eigene Bewertung von rund 13. Der Deal soll bereits ab dem ersten vollen Konsolidierungsjahr gewinn- und multiplesteigernd wirken. Im laufenden Geschäftsjahr, mit nur sechs Monaten Konsolidierung, dürften Einmalkosten den EBITDA-Beitrag noch aufzehren.

Für ZEAL bedeutet der Schritt vor allem eines: weniger Abhängigkeit vom deutschen Jackpot-Zyklus. Der britische Markt für digitale Gewinnspiele ist mit geschätzt 1,5 Milliarden Euro Einsatzvolumen und über sieben Millionen Spielern der größte in Europa, aber stark fragmentiert mit mehr als 400 überwiegend jungen Anbietern.

Regulatorik als zusätzlicher Rückenwind

Auch auf regulatorischer Seite tut sich etwas. Seit dem 1. Juli gilt für lizenzierte virtuelle Slots ein gestaffeltes Einsatzlimit von 1 bis 5 Euro statt der bisherigen Pauschale von 1 Euro — unter bestimmten Bedingungen können Spieler ab 21 Jahren nach 90 Tagen ohne Anzeichen problematischen Spielverhaltens sogar bis zu 5 Euro pro Spin setzen. Der geplante Zweite Änderungsstaatsvertrag soll zudem Internetanbieter verpflichten, unlizenzierte Glücksspielseiten per DNS-Sperre zu blockieren. Nach Angaben der Glücksspielaufsicht GGL lief 2024 noch rund 23 Prozent des Online-Glücksspielmarkts über unlizenzierte Anbieter — ein Potenzial, das ZEAL mit seinen mehr als 650 verfügbaren Spielen auffangen könnte. Das Games-Segment macht bislang zwar nur etwa 7 Prozent des Konzernumsatzes aus, die Richtung stimmt aber.

Mit dem angehobenen Kursziel von 83 Euro und der laufenden Integration von SevenCanyon rückt für ZEAL Network ein Geschäftsjahr 2027 in den Blick, in dem das britische Geschäft erstmals einen vollen Beitrag zum Konzernergebnis liefern soll.

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