Analyse, Fossile

Analyse: Fossile FörderplÀne widersprechen Klimazielen

22.09.2025 - 06:45:27 | dpa.de

Zehn Jahre nach dem Pariser Weltklimaabkommen ĂŒbersteigen die weltweit geplanten Fördermengen an Kohle, Öl und Gas noch immer deutlich das zur EindĂ€mmung des Klimawandels zulĂ€ssige Maß.

Wie aus einem Bericht fĂŒhrender Forschungsinstitute um das Stockholm Environment Institute (SEI) hervorgeht, planen 20 große FörderlĂ€nder fĂŒr das Jahr 2030 eine insgesamt mehr als doppelt so hohe Produktion an fossilen EnergietrĂ€gern, wie mit der Begrenzung der ErderwĂ€rmung auf 1,5 Grad Celsius vereinbar wĂ€re. Nach genaueren Angaben in dem Report sind es 120 Prozent mehr.

Bezogen auf das 2-Grad-Ziel liegt das Produktionsvolumen rund 77 Prozent ĂŒber dem Zielwert. Damit ĂŒbersteigen die Werte sowohl fĂŒr die 1,5- als auch fĂŒr die 2-Grad-Grenze diejenigen des vorherigen Berichts aus dem Jahr 2023. Im Vergleich zu der damaligen Analyse planen die Staaten den Angaben zufolge zusammengenommen etwa eine noch stĂ€rkere Kohleförderung bis 2035 und Gasförderung bis 2050 als sie sich 2023 vorgenommen hatten. Dies gefĂ€hrde die globalen Klimaziele, warnen die beteiligten Forscher.

Die PlĂ€ne widersprechen laut Bericht zudem den Erwartungen, dass die weltweite Nachfrage nach Kohle, Öl und Gas unter den derzeitigen politischen Maßnahmen vor 2030 ihren Höhepunkt erreichen wird.

"Dieser Bericht soll zugleich Warnung und Wegweiser sein", erklĂ€rte die frĂŒhere UN-Klimachefin Christiana Figueres. Unweigerlich wĂŒrden erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft die fossilen Brennstoffe vollstĂ€ndig verdrĂ€ngen. Man brauche jedoch jetzt entschlossenes Handeln, um die LĂŒcke rechtzeitig zu schließen und einen fairen Übergang zu den Erneuerbaren voranzutreiben, wurde Figueres in einer Mitteilung zitiert.

Als problematisch betrachten die Autoren des Berichts vor allem höhere staatliche Förderquoten fĂŒr die Kohle- und Gasproduktion. Öffentliche Gelder fĂŒr fossile Projekte seien "Fehlinvestitionen", die noch dazu menschliche und ökologische Kosten nach sich zögen, monierte Co-Autor Neil Grant.

Im 2015 geschlossenen Klimaabkommen von Paris haben sich Staaten weltweit dazu verpflichtet, die ErderwĂ€rmung auf deutlich unter 2 Grad und möglichst aber auf 1,5 Grad ĂŒber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. DafĂŒr muss der Ausstoß menschengemachter klimaschĂ€dlicher Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) drastisch und kontinuierlich zurĂŒckgehen. Diese Gase werden zum grĂ¶ĂŸten Teil durch die Verbrennung der fossilen Brennstoffe Kohle, Öl und Erdgas verursacht. Die nĂ€chste Weltklimakonferenz findet Mitte November in BelĂ©m in Brasilien statt.

Die 20 analysierten LĂ€nder sind fĂŒr rund 80 Prozent der weltweiten Produktion fossiler Brennstoffe verantwortlich. Unter ihnen ist auch Deutschland, dessen prognostizierter schnellerer Kohleausstieg und Weg zu einem 80-prozentigen Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2030 in dem Bericht als Positivbeispiele fĂŒr den Übergang zu sauberen Energien genannt werden. Bereits 2023 zĂ€hlte die Bundesrepublik demnach zu den wenigen LĂ€ndern, die konkrete Szenarien zur fossilen Förderung veröffentlicht hatten, die mit den nationalen und globalen Klimazielen vereinbar waren.

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