Zscaler Aktie: Starke Zahlen, schwacher Ausblick
27.05.2026 - 08:02:32 | boerse-global.deGute Quartalsergebnisse, aber die Aktie bricht ein. Was zunächst widersprüchlich klingt, erklärt sich mit einem Blick hinter die Schlagzeilen: Zwei Vertriebsleiter haben das Unternehmen verlassen — und das Management zieht daraus die Konsequenzen für die Prognose.
Solides Quartal, wolkige Perspektive
Zscaler hat das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 mit einem deutlichen Schlag nach oben beendet. Der Umsatz stieg auf 850,5 Millionen Dollar, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim bereinigten Gewinn je Aktie landete das Unternehmen bei 1,08 Dollar und übertraf damit die Analystenerwartung von 1,01 Dollar. Das gesamte ARR wuchs auf 3,5 Milliarden Dollar, ebenfalls 25 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Besonders stark: Die nicht-sitzplatzgebundenen Nutzungslösungen, also verbrauchsabhängige Angebote, lieferten in Q3 gut 30 Prozent des neuen ACV. Das ARR dieser Kategorie verdoppelte sich im Jahresvergleich. Hinzu kam das Z-Flex-Programm, das im Quartal rund 480 Millionen Dollar TCV generierte — ein Plus von über 60 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Vertriebswechsel drückt auf die Prognose
Das Problem sitzt im Vertrieb. Zum Ende des Quartals verließen zwei Führungskräfte unterhalb von Vertriebschef Mike Rich das Unternehmen. Eine Position ist bereits intern neu besetzt, die zweite soll zeitnah folgen. Das Management wertet die Situation zwar als handhabbar, möchte aber kein Risiko eingehen — und passt seine Erwartungen entsprechend an.
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Für das vierte Quartal rechnet Zscaler mit Erlösen zwischen 875 und 878 Millionen Dollar, was einem Wachstum von rund 22 Prozent entspricht. Die Non-GAAP-Marge soll bei etwa 80 Prozent liegen, der Gewinn je Aktie zwischen 1,08 und 1,09 Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Unternehmen einen Umsatz von rund 3,33 Milliarden Dollar an.
Der erste frühe Blick auf 2027 sorgte indes für Ernüchterung: Das Management erwartet sowohl beim ARR als auch beim Umsatz ein Wachstum von nur noch 16 bis 17 Prozent — deutlich weniger als in den laufenden Quartalen.
Konkurrenz und CapEx als Dauerthema
Morgan Stanley hat nach dem Ergebnis das Kursziel auf 145 Dollar gesenkt — und bleibt bei „Equalweight". Das Analysehaus verweist auf verschärften Wettbewerb durch Palo Alto Networks, Netskope und Cato Networks sowie auf schwächere Neukunden-Akquisition. Drei Bedingungen müssten erfüllt sein, bevor eine Neubewertung infrage komme: sichtbarer Fortschritt beim neuen SecOps-Produkt, Belege für den Erfolg der neuen Vertriebsführung und eine verbesserte Kostenstruktur. Keines dieser Signale ist in den nächsten Quartalen zu erwarten.
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Obendrein steigt der Investitionsbedarf. Zscaler hat angesichts steigender Hardware-Preise Einkäufe von Rechenzentrumsausrüstung vorgezogen und erwartet nun für 2026 einen CapEx im hohen einstelligen Prozentbereich des Umsatzes — statt der bisher geplanten mittleren einstelligen Quote. Für 2027 könnte der CapEx-Anteil nochmals um bis zu 200 Basispunkte steigen.
Die Aktie reagierte auf die Kombination aus Vertriebsabgängen und gedämpftem Ausblick mit einem Kursrückgang von rund 19 Prozent auf etwa 150 Dollar. Wer nun auf eine Erholung setzt, wartet am besten auf das Zenith Live-Nutzertreffen in Las Vegas im Juni — dort soll Zscaler unter anderem mehr zur Symmetry-Systems-Integration und zur KI-Agenten-Sicherheit präsentieren.
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