Dax deutlich im Minus - Iran-Krieg scheint bislang aber verkraftbar
02.03.2026 - 17:45:07 | dts-nachrichtenagentur.de"Auch wenn heute ein dickes Minus im Dax auf der Frankfurter Anzeigetafel aufleuchtet, fallen die Reaktionen an den FinanzmÀrkten auf die Eskalation im Nahen Osten alles in allem doch eher moderat aus", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. "In Anbetracht der stark steigenden Energiepreise hÀtten die Kursverluste rund um den Globus durchaus höher ausfallen können. Investoren schauen jetzt explizit darauf, wie lange das höhere Preisniveau in den Rohölsorten anhalten und wie sich das WÀhrungspaar Euro/US-Dollar weiter entwickeln wird."
"US-PrĂ€sident Trump geht derzeit offiziell von einer potenziellen Dauer des militĂ€rischen Konflikts von vier bis fĂŒnf Wochen aus. Dies wĂ€re fĂŒr die europĂ€ische Konjunktur insgesamt verkraftbar. Rohölpreise zwischen 80 und 85 US-Dollar dĂŒrften vorerst keine gröĂeren Verwerfungen hervorrufen. Erst wenn es zu dramatischeren Steigerungen auf ĂŒber 100 US-Dollar kommen und dieses Preisniveau ĂŒber mehrere Monate anhalten sollte, wĂ€re das ein ernstzunehmender Einflussfaktor fĂŒr die konjunkturelle Entwicklung in Europa."
"Auch in Asien hĂ€ngen LĂ€nder wie Japan und China von externen Ăllieferungen ab. Eine lang anhaltende Störung der Lieferketten wĂŒrde damit die globale Konjunkturentwicklung ausbremsen und die Inflation erneut beflĂŒgeln. US-Unternehmen sind dagegen weniger direkt von der Eskalation im Nahen Osten betroffen. Die USA haben sich in den vergangenen Jahren durch das Fracking-Verfahren zu einem Nettoexporteur fĂŒr Rohölprodukte entwickelt. Das lĂ€sst die wirtschaftliche Situation in den USA im Gegensatz zu Europa und China deutlich anders aussehen. Auch deshalb kann die Wall Street die vorbörslichen Verluste fast wieder ganz aufholen."
Noch sehe man krisentypische Marktreaktionen auf die geĂ€nderte Lage im Nahen Osten. Die Situation mĂŒsse weiter beobachtet und dĂŒrfe keineswegs unterschĂ€tzt werden. "Insbesondere die diplomatischen Positionierungen von Russland und China sind hier wichtige Einflussfaktoren", sagte Lipkow.
Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung war am Montagnachmittag schwĂ€cher: Ein Euro kostete 1,1677 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8564 Euro zu haben.
Der Goldpreis konnte profitieren, am Nachmittag wurden fĂŒr eine Feinunze 5.307 US-Dollar gezahlt (+0,6 Prozent). Das entspricht einem Preis von 146,11 Euro pro Gramm.
Der Ălpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 77,98 US-Dollar, das waren 7,0 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
