10X Genomics Aktie: Fred Hutch startet Krebsforschung
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 16:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-Biotechunternehmen 10x Genomics baut seine klinische Präsenz in der Onkologie spürbar aus. Am Mittwoch gab das Unternehmen eine mehrteilige Forschungskooperation mit dem renommierten Fred Hutchinson Cancer Center bekannt. Es ist die erste klinische Forschungsinitiative des Konzerns, die über solide Tumoren hinausgeht und gezielt auch Blutkrebserkrankungen adressiert. Die Aktie legt heute um 10 Prozent auf 75,81 Euro zu und knüpft damit an die starke Kursentwicklung seit Jahresbeginn an.
Onkologie-Partnerschaft zielt auf Resterkrankung und Biomarker
Die Zusammenarbeit mit dem Krebsforschungszentrum Fred Hutch wird von Lawrence Fong geleitet und gliedert sich in zwei primäre Schwerpunkte. Bei akuter myeloischer Leukämie (AML) soll die Plattform Flex Apex untersuchen, ob hochauflösende Einzelzellanalysen die Erkennung von verbleibenden Resterkrankungen nach Behandlungen gegenüber bestehenden Verfahren verbessern können.
Beim fortgeschrittenen Blasenkrebs wiederum kommen die Systeme Flex Apex und Xenium zum Einsatz. Geplant ist zudem eine spätere Einbindung der neuen Plattform Atera.
Untersucht werden Tumorproben von Patienten nach Therapien mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC), Checkpoint-Inhibitoren und anderen Wirkstoffen. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen biologischen Merkmalen, klinischen Ergebnissen und dem jeweiligen Behandlungserfolg präziser zu bestimmen.
Gemeinsam wollen die Partner zudem Richtlinien für künftige klinische Berichte erarbeiten. In Verbindung mit einem geplanten CLIA-zertifizierten Labor soll die Kooperation die Basis für mögliche spätere Anwendungen schaffen.
Sämtliche Plattformen des Unternehmens sind gegenwärtig ausschließlich für Forschungszwecke freigegeben und nicht für die eigenständige Diagnostik zugelassen. Konkrete finanzielle Details, Zeitpläne oder Fallzahlen zu den Studienprojekten wurden nicht genannt.
Neuer Hardware-Rollout und Beschleunigung durch Cloud-Software
Zeitgleich mit der Partnerschaft meldete 10x Genomics die ersten kommerziellen Auslieferungen seiner Spatial-Biology-Plattform Atera. Nutzer von Xenium und Atera erhalten zudem frühen Zugang zur cloudbasierten Analyseumgebung Sentira. Die Plattform nutzt hardwarebeschleunigte Rechenkapazitäten von Nvidia, wodurch Auswertungszeiten von mehreren Stunden auf wenige Minuten verkürzt werden sollen.
Der vollständige kommerzielle Start von Sentira mit einem kreditbasierten Abrechnungsmodell ist für Anfang 2027 geplant. Der Technologieanbieter erweitert damit schrittweise seine Einnahmequellen von reinen Geräten und Reagenzien hin zu skalierbaren Softwarelösungen.
Nach deutlichen Kursschwankungen in den vergangenen Tagen suchen Anleger nun Orientierung, inwieweit die neuen Technologien den Übergang von der reinen Grundlagenforschung in die klinische Erprobung dauerhaft beschleunigen können.
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