3M Aktie: Vergleich beendet Rechtsstreit
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 01:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de3M räumt eines seiner größten Altlastenthemen weitgehend ab. Der Konzern einigt sich mit Zehntausenden Klägern im PFAS-Streit um sogenannte Ewigkeitschemikalien und kündigt zugleich ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Beides kam am Dienstagabend US-Zeit nach Börsenschluss.
Vergleich über 7,35 Milliarden Dollar
Der Konzern verpflichtet sich nominal zu 7,35 Milliarden Dollar vor Steuern, verteilt auf neun Jahre. Der Barwert beträgt 5,8 Milliarden Dollar. Genau diese Summe bucht 3M als Sonderbelastung im vierten Quartal 2026. Die bereinigten Ergebnisse bleiben davon unberührt, und die Jahresprognose ändert sich laut Unternehmen nicht.
Der Vergleich betrifft Personenschäden-Klagen rund um schaumbildende Löschmittel (AFFF). Er deckt etwa 99 Prozent der aktuellen Ansprüche innerhalb und außerhalb des Sammelverfahrens in South Carolina ab. Bis zu 120.000 Kläger sind teilnahmeberechtigt.
Für die Zahlungen gilt ein klarer Takt: In diesem Jahr fließen 50 Millionen Dollar, 2027 gar nichts. Rund 20 Prozent der Summe werden erst in den letzten beiden Jahren fällig. Das Management begründet den Zeitplan mit anderen Altverpflichtungen, an die sich die Zahlungen anlehnen sollen.
Für künftige Ansprüche sieht die Einigung mehrere Mechanismen vor, darunter einen Reservefonds von 680 Millionen Dollar, der in der Gesamtsumme enthalten ist. Zudem wird ein Gerichtsbeschluss erwartet, der Nachweis- und Fristvorgaben für spätere Kläger festlegt. 3M betont, die Einigung sei kein Schuldeingeständnis. Werden vereinbarte Bedingungen nicht erfüllt, will der Konzern sich weiter vor Gericht verteidigen.
CEO William Brown nennt den Schritt einen „bedeutenden Meilenstein", der die Rechtsunsicherheit deutlich verringere. Er folgt auf den Vergleich mit US-Wasserversorgern von 2023 und die jüngere Einigung mit dem Bundesstaat New Jersey.
Rückkauf und Dividende
Parallel dazu hat der Verwaltungsrat eine neue Rückkaufermächtigung über bis zu 6 Milliarden Dollar beschlossen. Inklusive des Restvolumens der Ermächtigung von 2025 stehen insgesamt 7,5 Milliarden Dollar zur Verfügung. Ein Enddatum gibt es nicht. Wichtig: Es handelt sich um eine Ermächtigung, nicht um ein festes Kaufvolumen.
Die Quartalsdividende beträgt 0,78 Dollar je Aktie. Sie wird am 11. Dezember 2026 an Aktionäre gezahlt, die am 13. November im Register stehen. 3M zahlt seit mehr als 100 Jahren ununterbrochen Dividende.
Die Aktie schloss am Dienstag bei 177,04 Dollar und legte nachbörslich auf 180,00 Dollar zu. Das Signal an den Markt ist deutlich: Die Zahlungsverpflichtung gilt als planbar, und der Konzern traut sich gleichzeitig Rückkäufe in Milliardenhöhe zu.
Konkrete Hinweise zur Finanzierung dürfte die Telefonkonferenz mit Investoren am Mittwoch um 8:30 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste liefern. Weitere Details zum Vergleich folgen in den Einreichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC.
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