ABB, Aktie

ABB Aktie: Evercore hebt auf Outperform

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 02:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Evercore verbessert sein Urteil und hebt ErgebnisschÀtzungen an; ABBs Aktie verliert dennoch, wÀhrend der Nettogewinn enttÀuschte.
ABB Ltd (CH0012221716) im SMI: großer Börsentafel mit Industriekurs und Charts vor ZĂŒrcher Trading-Floor Illustration mit AI erstellt.

Eine bessere Analystenempfehlung hat den AbwĂ€rtstrend bei ABB gestern nicht gestoppt: Die Aktie verzeichnete eine TagesverĂ€nderung von -2,0%. Evercore ISI hatte den Wert am selben Tag auf „Outperform“ hochgestuft. Der Schweizer Aktienmarkt gab ebenfalls nach. FĂŒr Anleger steht damit die optimistischere EinschĂ€tzung des Analysehauses einer weiterhin schwachen Kursentwicklung gegenĂŒber.

Medienberichten zufolge prĂ€gten Gewinnmitnahmen den Handel zum Wochenschluss. Einen spezifischen Auslöser fĂŒr den erneuten RĂŒckgang von ABB nannten die Berichte nicht. Die SchwĂ€che des Gesamtmarkts bildet damit das Umfeld der Bewegung, erklĂ€rt aber keinen unternehmensbezogenen Verkaufsdruck.

Evercore hebt Empfehlung und SchÀtzungen an

Evercore ISI erhöhte die Empfehlung gestern von „In Line“ auf „Outperform“. Das Kursziel beließ das Haus bei CHF 85. Zugleich hob es seine SchĂ€tzungen fĂŒr das operative EBITA und den Gewinn je Aktie um 6 bis 13 Prozent an.

Damit geht die Hochstufung ĂŒber eine bloße Änderung des Anlageurteils hinaus: Evercore erwartet auch höhere Ergebnisse als zuvor. Ein höheres Kursziel leitete das Haus daraus allerdings nicht ab. Die unverĂ€nderte Zielmarke ist deshalb von den angehobenen Gewinnannahmen zu unterscheiden.

Die positive Analystenaktion trifft auf eine skeptische Marktreaktion nach den Quartalszahlen. Reuters berichtete am Dienstag, dass Sorgen um die Nachhaltigkeit der KI-Investitionen ABB belasteten. Der Bericht bezeichnete das Unternehmen als wichtigen Zulieferer fĂŒr Rechenzentren. Nach Angaben von dpa-AFX enttĂ€uschte zudem der unter den Erwartungen liegende Nettogewinn Marktteilnehmer.

Starkes Auftragswachstum trifft auf Gewinnskepsis

Operativ hatte ABB am Dienstag fĂŒr das dritte Quartal 2026 einen Auftragseingang von 12.055 Mio. US-Dollar gemeldet. Das entsprach einem vergleichbaren Wachstum von 40 %.

Die Auftragsentwicklung spricht fĂŒr eine starke Nachfrage. Sie beseitigt jedoch nicht die Frage, wie nachhaltig die Investitionen der Kunden ausfallen. Genau diese Unsicherheit stand laut Reuters hinter dem Druck auf ABB und weitere Aktien mit KI-Bezug.

Der Umsatz erreichte 9.701 Mio. US-Dollar und stieg vergleichbar um 14 %. Die operative EBITA-Marge lag bei 20,8 %.

Damit stehen krĂ€ftiges Wachstum und eine hohe operative Marge neben der EnttĂ€uschung ĂŒber den Nettogewinn. FĂŒr das Gesamtjahr 2026 erwartet ABB weiterhin ein positives VerhĂ€ltnis von Auftragseingang zu Umsatz sowie vergleichbares Umsatzwachstum im niedrigen Zehnerbereich.

Kooperationen stÀrken den Rechenzentrumsbezug

Parallel baut ABB seine AktivitĂ€ten rund um Rechenzentren aus. Am Mittwoch schloss das Unternehmen mit Specialist Services eine strategische AbsichtserklĂ€rung fĂŒr modulare Umspannwerkslösungen im Nahen Osten und in Afrika. Dabei handelt es sich um eine geplante Zusammenarbeit, nicht um einen gemeldeten Großauftrag.

Ebenfalls am Mittwoch vereinbarte ABB mit Electric Torque Machines, einer Tochter von Graco, die Lizenzierung der TFM-Motortechnologie. Sie soll unter anderem bei KĂŒhltĂŒrmen und der WĂ€rmeabfuhr in Rechenzentren eingesetzt werden. Erste Installationen sind bis Ende 2029 anvisiert.

Die Vereinbarungen unterstreichen ABBs Ausrichtung auf die digitale Infrastruktur. FĂŒr die Bewertung bleibt jedoch entscheidend, ob sich die starke Nachfrage dauerhaft in Umsatz und Gewinn ĂŒbersetzt. Evercores höhere SchĂ€tzungen setzen hier einen positiven Akzent; die Kursreaktion zeigt bislang keine entsprechende Entspannung.

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