ABB Aktie: Infinitus-Portfolio zielt auf Rechenzentren
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Nachfrage nach energieeffizienter Stromversorgung in Rechenzentren stärkt die Geschäftsaussichten von ABB. Gestern hob eine Analystin der Deutschen Bank das Kursziel für den Schweizer Technologiekonzern an.
Auslöser für die optimistischere Einschätzung ist der anhaltend hohe Bedarf an Ausrüstung für KI-Rechenzentren. Das Analysehaus erwartet, dass das Management seine Prognose für das organische Wachstum im Gesamtjahr auf einen Wert im niedrigen bis mittleren Zehnerprozentbereich anheben wird.
Im gestrigen Handel schloss das Papier bei 88,80 Euro, was einem Tagesplus von 1,7 Prozent entspricht.
Ausbau der Gleichstromtechnik für Rechenzentren
Am Montag hatte der Konzern mit Infinitus ein neues Produktportfolio vorgestellt. Die Gleichstromlösungen zielen auf den steigenden Energiebedarf moderner Serverfarmen ab. Durch den Einsatz spezieller Transformatoren soll die Energieeffizienz steigen und der Platzbedarf der Infrastruktur sinken.
Die Initiative vertieft eine seit Oktober 2025 bestehende Kooperation mit NVIDIA für Architekturen mit 800-Volt-Gleichstrom. Bis die ersten vollständigen Neuanlagen betriebsbereit sind, veranschlagt das Unternehmen zwei bis drei Jahre.
Operative Marge auf Rekordniveau
Die Zuversicht stützt sich zudem auf den operativen Geschäftsverlauf. Im zweiten Quartal kletterten Umsatz und Auftragseingang zweistellig. Zugleich verbesserte sich die operative EBITA-Marge auf 20,2 Prozent. Damit bewegt sich die Profitabilität im oberen Bereich des Zielkorridors von 18 bis 22 Prozent.
Die starke Ertragslage verschafft der Unternehmensführung Spielraum für gezielte Investitionen sowie für die Fortführung aktionärsfreundlicher Kapitalmaßnahmen.
Parallel dazu setzt der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm fort.
Strategische Zukäufe erweitern Portfolio
Neben organischen Investitionen stärkt das Management die Marktposition durch Übernahmen. Die Transaktion bewertet den britischen Spezialisten für Antriebs- und Regeltechnik mit rund 5,5 Milliarden US-Dollar.
Der Vollzug ist für das erste Halbjahr 2027 geplant und soll teilweise mit Erlösen aus der Veräußerung des Robotik-Geschäfts finanziert werden. Rotork erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von rund einer Milliarde US-Dollar bei einer operativen Marge von 24,6 Prozent. Das soll die Margenentwicklung von ABB nach Abschluss der Übernahme weiter festigen.
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