ABB Aktie: Modernisiert Reaktor Cernavod?
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 04:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schweizer Technologiekonzern ABB baut seine Präsenz im Bereich kritischer Energieinfrastruktur weiter aus. Das Unternehmen übernimmt die Modernisierung der Steuerungs- und Sicherheitssysteme für Block 1 des rumänischen Kernkraftwerks Cernavod?. Auftraggeber der Maßnahme ist der italienische Anlagenbauer Ansaldo Nucleare, der als Generalunternehmer fungiert.
Das Vorhaben dient einer Verlängerung der Betriebsdauer des Reaktors um 30 Jahre. Die rund 165 Kilometer östlich von Bukarest gelegene Anlage nimmt eine zentrale Rolle in der südosteuropäischen Energieversorgung ein. Sie deckt gegenwärtig zwischen 18 und 20 Prozent der gesamten rumänischen Stromerzeugung ab. Während der erste Reaktorblock bereits seit 1996 Strom produziert, ging der zweite Block im Jahr 2007 in den kommerziellen Betrieb.
Technologischer Schwerpunkt im Gleichstrombereich
Neben Großprojekten der Energieerzeugung treibt ABB spezialisierte Elektrifizierungsvorhaben voran. Am Freitag wurde die Zusammenarbeit mit Ferrari Hypersail bekannt. ABB übernimmt dabei die Rolle des Elektrifizierungspartners für das Segelprojekt, das auf einer 100-Fuß-Einrumpfyacht mit Foiling-Technologie basiert und vollständig mit regenerativer Energie betrieben werden soll.
Für das Projekt liefert der Konzern ein Bordnetz auf Basis von Gleichstrom-Mikronetzen, das Spannungsniveaus von 48 Volt und 800 Volt Gleichspannung kombiniert. Projektleiter Enrico Voltolini zielt darauf ab, die Yacht über mehrere Wochen hinweg autark auf See betreiben zu können. ABB stützt sich dabei auf ein Portfolio von mehr als 700 Patenten im Gleichstromsektor.
Wachsende Relevanz von Ausfallsicherheit in der Industrie
Dass die Nachfrage nach zuverlässiger Steuerungstechnik und Netzstabilität industrieweit zunimmt, unterstreicht eine aktuelle Konzernanalyse zur industriellen Elektrifizierung. Nach Erhebungen von ABB machen Energiekosten inzwischen 25,4 Prozent der laufenden Betriebsausgaben von Industrieunternehmen aus. Für 59 Prozent der befragten Betriebe stellen steigende Strompreise eine erhebliche geschäftliche Bedrohung dar.
Gleichzeitig belasten ungeplante Ausfallzeiten die Wirtschaft spürbar. Solche Stillstände verursachen bei den größten Industrieunternehmen weltweit jährliche Kosten von schätzungsweise 1,4 Billionen US-Dollar.
Zudem verzeichnen 69 Prozent der Industrieanlagen mindestens einmal im Monat ungeplante Unterbrechungen. Obwohl 81 Prozent der Entscheidungsträger eine genaue Gesamtbetriebskostenrechnung fordern, setzen bislang nur 37 Prozent diese Vorgabe in der Praxis um.
Kursplus seit Jahresbeginn
An den Finanzmärkten behauptete sich der Titel zuletzt trotz eines schwächeren Gesamtmarktes in der Schweiz. Am Freitag schloss das Papier im deutschen Handel bei 84,64 Euro. Damit verzeichnet die Aktie seit Jahresanfang einen Wertzuwachs von 33 Prozent.
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