Abivax, Aktie

Abivax Aktie: Jefferies senkt Ziel von 160 auf 90 Dollar

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 02:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Abivax überzeugt mit hohen Remissionsraten bei Colitis ulcerosa, doch gemeldete Krebsfälle sorgen für Analystenstreit und Kursverluste.

Abivax: Starke Obefazimod-Daten, aber Sicherheitsfragen belasten Aktie
Abstrakte Darstellung einer modernen biotechnologischen Forschungsumgebung mit klinischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die jüngsten klinischen Ergebnisse des Biotech-Unternehmens Abivax zum Hoffnungsträger Obefazimod sorgen am Markt für ein geteiltes Echo. Während die Wirksamkeitsdaten der Phase-3-Erhaltungsstudie ABTECT bei der Behandlung von Colitis ulcerosa die Erwartungen übertrafen, werfen gemeldete Sicherheitsvorfälle Fragen zur langfristigen Risikobewertung auf. Die Aktie notierte am Montag zum Handelsschluss bei 103,90 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn 14 Prozent im Minus.

Starke Wirksamkeit trifft auf Sicherheitsbedenken

Am 11. August veröffentlichte Abivax detaillierte Daten der Phase-3-Studie, die eine klinische Remissionsrate von 51 Prozent nach 44 Wochen zeigten. Dieser Wert wurde sowohl in der Dosierungsgruppe mit 25 mg als auch bei der 50-mg-Dosis erreicht und lag deutlich über der Placebo-Gruppe, die lediglich eine Rate von 10,4 Prozent aufwies. Damit konnte die Wirksamkeit des Medikaments bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa eindrucksvoll untermauert werden.

Überschattet wurde dieser Erfolg jedoch von Berichten über eine geringe Anzahl von Hautkrebserkrankungen und anderen bösartigen Tumoren innerhalb der Gruppe, die die höhere Dosis von 50 mg erhielt. Obwohl die Wirksamkeitsdaten robust ausfielen, lösten diese Sicherheitssignale Besorgnis aus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 139,10 Euro ist der Kurs derzeit 25 Prozent entfernt, was den Druck widerspiegelt, den diese Meldungen am Markt ausgelöst haben.

Analysten uneinig über langfristige Folgen

In Reaktion auf die Studiendaten zeigten sich namhafte Analysehäuser am 11. August gespalten. Die Analysten von Jefferies stuften die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkten das Kursziel drastisch von 160,00 auf 90,00 US-Dollar. Zur Begründung hieß es, die Krebssignale in der Erhaltungsstudie würden die Gesamtsituation verkomplizieren und eine langfristige Belastung für den Wert darstellen.

Demgegenüber steht die Einschätzung von Citizens JMP. Das Haus bestätigte am selben Tag die Einstufung „Outperform“ und hob das Kursziel sogar von 131,00 auf 187,00 US-Dollar an.

Nach Ansicht dieser Experten lagen die Remissionsraten signifikant über den Schätzungen, während die beobachteten Krebsfälle als selten eingestuft wurden und wahrscheinlich nicht in direktem Zusammenhang mit der Behandlung stünden. Diese fundamentale Uneinigkeit unterstreicht die aktuelle Unsicherheit bezüglich der weiteren kommerziellen Aussichten von Obefazimod.

Institutionelle Investoren erhöhen Anteile

Trotz der klinischen Kontroversen haben mehrere Großinvestoren zuletzt ihre Positionen bei Abivax gefestigt. Wie am Freitag gemeldet wurde, hält TCG Crossover zusammen mit dem Managing Member Chen Yu nun einen Anteil von 7,0 Prozent an den Stammaktien, was rund 6 Millionen American Depositary Shares (ADS) entspricht. Bereits am Donnerstag wurde bekannt, dass die Investmentgruppe Invus mit 6,0 Prozent der Anteile ebenfalls eine bedeutende Position hält.

Zusätzlich zu diesen neuen Meldungen zeigen auch Berichte von Anfang August ein gewachsenes Interesse institutioneller Anleger: Die Bank of America erhöhte ihre Position bereits im ersten Quartal um mehr am 40,9 Prozent auf über 735.000 Aktien. Operativ bleibt das Unternehmen derweil auf Kurs.

Medienberichten zufolge hat die US-Gesundheitsbehörde FDA die Strategie für den Zulassungsantrag (NDA) bereits am 10. August bestätigt. Abivax plant, den Antrag für Obefazimod bis Ende 2026 einzureichen. Erste Ergebnisse einer laufenden Studie zur Behandlung von Morbus Crohn werden für Mitte 2027 erwartet.

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