Acadia Aktie: Knapp daneben, trotzdem Kursziel-Aufschlag
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein p-Wert von 0,0603 hat gereicht, um Acadia-AktionĂ€ren einen schwierigen Handelstag zu bescheren. Die Aktie verlor binnen einer Woche rund 7,4 Prozent, zeitweise wurden sogar fast zehn Prozent Tagesverlust gemeldet. Der Grund: Das Alzheimer-PrĂ€parat remlifanserin verfehlte im Hauptstudienziel der Phase-2-Studie RADIANT die statistische Signifikanz nur hauchdĂŒnn.
Knapp verfehlt, aber nicht gescheitert
Die 60-Milligramm-Dosis von remlifanserin zeigte beim primĂ€ren Endpunkt SAPS-H+D eine Verbesserung von minus 12,6 gegenĂŒber minus 10,4 unter Placebo. Der Effekt reichte fĂŒr eine Signifikanz nur knapp nicht aus.
Beim wichtigen sekundÀren Endpunkt CGI-S-ADP erreichte das PrÀparat dagegen mit einem p-Wert von 0,0077 nominale Signifikanz. Das Sicherheitsprofil fiel Berichten zufolge solide aus, es gab keine AuffÀlligkeiten bei Herzrhythmus, Motorik oder Kognition.
Acadia zieht daraus eine klare Konsequenz: Das Unternehmen streicht den schwĂ€cher wirksamen 30-Milligramm-Arm aus dem laufenden Phase-3-Programm und will sich kĂŒnftig auf Patienten mit stĂ€rkerer Psychose-Belastung konzentrieren, vorbehaltlich einer Abstimmung mit der US-Arzneimittelbehörde FDA. Detailergebnisse sollen im November auf der Alzheimer-Fachkonferenz CTAD in Boston vorgestellt werden.
Analysten bleiben trotz RĂŒcksetzer optimistisch
Die Reaktion der Wall Street fiel differenzierter aus als der Kursverlauf vermuten lĂ€sst. TD Cowen bestĂ€tigte eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 37 US-Dollar und verweist auf die konsistente Wirkung ĂŒber den sechswöchigen Behandlungszeitraum hinweg.
BMO Capital senkte sein Kursziel zwar auf 34 US-Dollar und reduzierte die geschĂ€tzte Erfolgswahrscheinlichkeit fĂŒr remlifanserin von 40 auf 35 Prozent, hĂ€lt aber an einer Outperform-Einstufung fest. Die Bank verweist auf einen klaren Dosis-Wirkungs-Zusammenhang und eine stĂ€rkere Wirksamkeit bei Patienten mit höherer Psychose-Belastung als Argumente fĂŒr eine intakte therapeutische Wirkung.
Beide HĂ€user betonen zudem, dass remlifanserin weiterhin Potenzial fĂŒr eine zweite Indikation besitzt: die Psychose bei Lewy-Körperchen-Demenz, fĂŒr die eine separate Phase-2-Studie lĂ€uft. Das kommerzielle GeschĂ€ft mit den zugelassenen PrĂ€paraten Nuplazid und Daybue lieferte in den vergangenen zwölf Monaten einen Umsatz von 1,14 Milliarden US-Dollar bei einer Marktkapitalisierung von aktuell rund 3,93 Milliarden US-Dollar.
Der KursrĂŒckgang wirkt angesichts der eigentlich gemischten Datenlage ĂŒberproportional. Bis zur CTAD-Konferenz im November dĂŒrften Anleger vor allem auf weitere Details zur Phase-3-Anpassung achten â speziell darauf, wie die FDA auf den Wegfall des 30-Milligramm-Arms und die Fokussierung auf schwerer betroffene Patienten reagiert.
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