Acciona, Nettogewinn

Acciona: Nettogewinn bricht um 84,3 Prozent ein

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Acciona verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinnrückgang von 84,3 Prozent. Die schwache Energiesparte und fallende Strompreise belasten das Ergebnis, während die Aktie deutlich nachgibt.

Acciona-Aktie stürzt nach Gewinneinbruch: Energiesparte schwächelt
Dämmerungsaufnahme eines modernen Windparks mit stimmungsvoller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der spanische Infrastruktur- und Energieriese Acciona sieht sich mit einem herausfordernden ersten Halbjahr 2026 konfrontiert. Das Unternehmen meldete heute einen drastischen Rückgang des Nettogewinns um 84,3 Prozent auf 83 Millionen Euro. Trotz einer Umsatzsteigerung um 9,9 Prozent auf 10,142 Milliarden Euro belasteten vor allem die schwachen Ergebnisse der Energiesparte und sinkende Strompreise in Spanien die Bilanz. Die Aktie reagierte mit deutlichen Abschlägen auf diese Zahlen und notiert heute bei 221,00 Euro, was einem Rückgang von 7,38 Prozent entspricht.

Krise in der Energiesparte sorgt für Verluste

Besonders deutlich zeigten sich die Schwierigkeiten bei der Tochtergesellschaft Acciona Energía. Während der Konzernumsatz insgesamt stieg, sank der Umsatz der Energiesparte um 12,3 Prozent auf 1,288 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) brach hier um 57,3 Prozent auf 388 Millionen Euro ein. Unter dem Strich verbuchte die Sparte einen Nettoverlust von 18 Millionen Euro.

Als Gründe für die schwache Entwicklung nannte das Unternehmen neben gefallenen Energiepreisen auf dem Heimatmarkt auch die Auswirkungen von Anlagenverkäufen. Die internationale Präsenz bot nur bedingt einen Ausgleich, obwohl das EBITDA in Regionen wie Chile und Australien um acht Prozent auf 305 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Der Marktdruck wird zudem durch eine Entscheidung der OPEC+ verschärft, die Ölproduktion ab September zu erhöhen, was die Preise im gesamten Energiesektor zusätzlich belastet.

Großverkäufe und mögliche Trennung von Kerngeschäft

Um die Bilanz zu stützen und die Nettoverschuldung von zuletzt 8243 Millionen Euro zu kontrollieren, treibt Acciona seine Desinvestitionsstrategie voran. Ein bedeutender Schritt war der Verkauf von Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von 361 Megawatt an den portugiesischen Energiekonzern GALP für 432 Millionen Euro. Diese Transaktion soll einen Buchgewinn von 255 Millionen Euro einbringen.

Darüber hinaus steht ein radikalerer Umbau im Raum. Der Vorsitzende Entrecanales bestätigte am Freitag, dass ein vollständiger Verkauf der Beteiligung an Acciona Energía definitiv eine Möglichkeit darstelle. Seit 2024 hat der Konzern bereits Anlagen mit mehr als drei Gigawatt Leistung für insgesamt 3,7 Milliarden Euro veräußert. Durch den jüngsten Kurssturz liegt der Wert der Papiere nun mit einem Abstand von 12,91 Prozent deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 253,75 Euro.

Insiderverkäufe und Analystenskepsis

Zusätzliche Unruhe lösten Meldungen über Anteilsverkäufe aus dem direkten Umfeld des Unternehmens aus. Die Familie Entrecanales Franco hat Medienberichten zufolge ein Aktienpaket von rund drei Prozent für etwa 381 Millionen Euro veräußert. Dieser Schritt erfolgte zeitgleich mit der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen und reduzierte die Beteiligung dieser Familienzweigs auf das Niveau der anderen Stämme des Gründernachwuchses.

Analysten reagierten zurückhaltend auf die aktuelle Nachrichtenlage. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux stufte die Aktie auf "Reduzieren" herab. Die Experten von Morgan Stanley äußerten zudem Warnungen hinsichtlich der starken Abhängigkeit des Konzerns von einmaligen Veräußerungsgewinnen, um die Ergebnisse zu stützen.

Trotz der Verluste im Energiebereich gab es Lichtblicke in der Wasser-Sparte. Dort stiegen die Erlöse um 14,6 Prozent auf 740 Millionen Euro. Ein Schlüsselprojekt bleibt hier die Meerwasserentsalzungsanlage Gran Casablanca in Marokko, an der Acciona zur Hälfte beteiligt ist. Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seiner Prognose fest und erwartet ein EBITDA zwischen 2,8 und 3,1 Milliarden Euro. Die Investitionen (Capex) sollen sich im Bereich von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro bewegen.

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