Adidas, Aktie

Adidas Aktie: Björn Gulden kauft für 508.569 Euro

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 22:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Adidas-Chef Gulden investiert rund 508.000 Euro in eigene Aktien. Analysten sehen den jüngsten Kursverfall als übertriebene Reaktion auf Quartalszahlen.

Adidas-CEO Gulden nutzt Kursrutsch für Aktienkauf in Millionenhöhe
Hochwertiger Sportschuh auf einer dunklen, reflektierenden Oberfläche in einer professionellen Studio-Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Björn Gulden hat sich getraut, während andere verkaufen. Adidas' Vorstandschef kaufte am 31. Juli Aktien im Wert von rund 508.569 Euro. Der Durchschnittspreis lag bei 158,93 Euro. In der aktuellen Marktlage wiegt dieses Signal schwerer als jede Analystenstudie.

Der Kurssturz und seine Gründe

Die Adidas-Aktie schloss am Freitag bei 159,15 Euro. Das Tagesplus von 0,60 Prozent kann den miserablen Wochenverlauf kaum kaschieren. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von 7,74 Prozent zu Buche, über 30 Tage sogar 11,51 Prozent.

Auslöser war der Quartalsbericht. Der Umsatz übertraf die Erwartungen deutlich. Beim Ergebnis blieb Adidas jedoch hinter den Schätzungen zurück. Grund waren hohe Marketingausgaben zur Fußball-WM, gestiegene Fracht- und Beschaffungskosten sowie höhere US-Zölle.

Hinzu kommt der angekündigte Abgang von Finanzvorstand Harm Ohlmeyer. Das verunsichert die Anleger zusätzlich.

Wer nur auf den Kurs schaut, sieht eine Aktie in der Krise. Wer genauer hinschaut, erkennt ein differenzierteres Bild.

Warum die Reaktion übertrieben wirkt

Die Zahlen selbst waren keineswegs schwach. Der Umsatz legte deutlich zu. Adidas hob sogar die Prognose für das Gesamtjahr an. Die operative Marge litt lediglich unter den WM-Sonderkosten – ein Effekt, der naturgemäß temporär ist.

Mehrere Analysehäuser teilen diese Einschätzung. Die heftige Kursreaktion sei übertrieben gewesen, so ein verbreitetes Urteil nach den Zahlen. Die Marke laufe rund, am Umsatzwachstum sei kaum etwas auszusetzen.

Andere Häuser bleiben vorsichtiger. Die niedrige Bewertung allein liefere noch kein Kaufargument, solange die Konsumlaune nicht drehe. Trotzdem sieht die Mehrheit der Stimmen im Ausverkauf eine Übertreibung, keine fundamentale Neubewertung der Marke.

Das spricht für eine These: Der Markt verwechselt hier kurzfristige Kostenbelastungen mit einem strukturellen Problem. Die WM-Marketingausgaben und die hohen Frachtkosten sind keine Dauerlast. Sie fallen mit dem Ende des Turniers und einer möglichen Normalisierung der Logistikkosten wieder ab.

Charttechnik: überverkauft, aber fragil

Die Indikatoren stützen die Übertreibungsthese zumindest kurzfristig. Der RSI von 33,2 signalisiert eine überverkaufte Aktie. Adidas notiert zudem fast exakt auf ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 157,82 Euro – der Abstand beträgt nur 0,84 Prozent.

Diese Linie dürfte in den kommenden Handelstagen zur entscheidenden Unterstützung werden. Hält sie nicht, wäre der Weg zum 52-Wochen-Tief von 130,20 Euro technisch nicht ausgeschlossen. Die annualisierte Volatilität von 45,91 Prozent zeigt zudem: Anleger müssen weiter mit heftigen Ausschlägen in beide Richtungen rechnen.

Fazit: Chance mit Risikoprämie

Drei Faktoren sprechen für eine Überreaktion statt für einen neuen Abwärtstrend:

  • Der Insiderkauf des CEO zum Durchschnittspreis von 158,93 Euro
  • Der überverkaufte RSI von 33,2
  • Eine Analystenmehrheit, die die Kostenlast als temporär einstuft

Der CFO-Wechsel bleibt trotzdem ein reales Risiko. Auch die Frage, ob Adidas die Kosten in den kommenden Quartalen tatsächlich in den Griff bekommt, ist offen.

Mit einer Marktkapitalisierung von 28,05 Milliarden Euro bewegt sich Adidas in einer Zone, in der operative Stärke und Kursschwäche selten so eng beieinander lagen. Bestätigt sich, dass die Kostenbelastungen nur einmalig waren, dürfte sich der Ausverkauf als Kaufgelegenheit erweisen.

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