Advantest Aktie: Rückkauf über 280 Mrd. Yen beschlossen
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 19:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deAdvantest verbindet die heute angehobene Jahresprognose mit einem umfangreichen Aktienrückkauf. Die stärker als erwartete Nachfrage nach Halbleiter-Testgeräten für künstliche Intelligenz schafft dafür den geschäftlichen Rückenwind. Für Anleger stehen damit nicht nur höhere Gewinnerwartungen im Mittelpunkt: Das Unternehmen will zugleich Kapital zurückgeben und seine Produktionskapazitäten schneller ausbauen.
Rückkauf mit klarer Obergrenze
Der heute beschlossene Rückkauf umfasst bis zu 280 Mrd. Yen und maximal 11 Millionen Aktien. Das entspricht laut japanischer Bekanntmachung 1,5% der ausstehenden Aktien ohne eigene Anteile.
Advantest nennt die Aktionärsrendite und eine höhere Kapitaleffizienz als Ziele. Der Rahmen ist allerdings eine Obergrenze, keine Zusage zur vollständigen Ausschöpfung. Anleger sollten deshalb zwischen dem genehmigten Volumen und den später tatsächlich erworbenen Aktien unterscheiden.
Die Käufe sollen am 29. Oktober 2026 beginnen und bis zum 24. März 2027 laufen. Vorgesehen sind Marktkäufe an der Tokioter Börse.
Auch über die Dividende beteiligt Advantest seine Aktionäre am Geschäftserfolg. Die Zwischendividende steigt, während die Jahresdividende weiterhin unbestimmt bleibt. Der Rückkauf ergänzt somit die Ausschüttung, ohne bereits eine vollständige Aussage zur gesamten Kapitalrückgabe des Geschäftsjahres zu liefern.
Jahresausblick liegt über den Erwartungen
Laut Reuters erhöht Advantest seine Prognose bereits zum zweiten Mal im laufenden Geschäftsjahr. Ausschlaggebend ist die KI-getriebene Nachfrage nach Testgeräten. Das Unternehmen profitiert dabei von der wachsenden Produktion komplexer KI-Chips und den Investitionen in Rechenzentren.
Für das Geschäftsjahr bis März 2027 erwartet Advantest nun einen Nettogewinn von 741,5 Mrd. Yen statt zuvor 660 Mrd. Yen. Der von Reuters genannte IBES-Konsens lag bei 663,7 Mrd. Yen.
Damit fällt die Anhebung stärker aus, als es die zusammengefassten Analystenschätzungen erwarten ließen. Für die Einordnung ist entscheidend: Es handelt sich um einen neuen Unternehmensausblick und noch nicht um ein abgeschlossenes Jahresergebnis.
Die Umsatzprognose beträgt nun 1,863 Bio. Yen. Beim Betriebsgewinn peilt Advantest 967 Mrd. Yen an, nach zuvor 846 Mrd. Yen.
Die höhere Planung stützt sich auf ein bereits kräftig gewachsenes Geschäft. Die Nachfrage erfasst sowohl SoC- als auch Speichertester. Advantest erwartet zudem, dass die Verbreitung von Inferenz-KI den Markt für Halbleitertester auf ein Rekordniveau hebt.
Margen und Kapazitäten als Prüfsteine
Im Halbjahr April bis September 2026 erzielte Advantest einen Umsatz von 845,2 Mrd. Yen und einen Betriebsgewinn von 456,8 Mrd. Yen. Die operative Marge erreichte im Quartal Juli bis September 55,9%.
Das Unternehmen setzt damit nicht allein auf höhere Stückzahlen. Auch die Profitabilität trägt den angehobenen Ausblick. Zugleich beschleunigt Advantest den Kapazitätsausbau, um die starke Nachfrage bedienen zu können.
Die Prognose für die operative Jahresmarge steigt auf 51,9%. Für das zweite Halbjahr erwartet das Unternehmen mehr als 50%. Die jährliche SoC-Testerkapazität liegt bereits über 5.000 Systemen.
Der nächste operative Maßstab ist damit klar: Advantest muss die hohe Profitabilität bei weiterem Ausbau halten. Der Aktienrückkauf ergänzt diese Wachstumsgeschichte um Kapitalrückgaben; ausschlaggebend für die Erfüllung des neuen Ausblicks bleibt die Nachfrage nach KI-Testsystemen.
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