Agco Aktie: Gewinn schlägt Erwartungen
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 17:38 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Umsatz schrumpft, die Marge sinkt, und trotzdem feiern Anleger. Agco hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr verdient als erwartet und das Jahresziel bestätigt. Die Aktie legte im Handel um gut sieben Prozent auf rund 110 Dollar zu.
Gewinn über den Erwartungen
Der Umsatz sank um 8,6 Prozent auf 2,26 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,05 Dollar, Analysten hatten mit 0,87 Dollar gerechnet.
Im Vorjahresquartal waren es 1,35 Dollar. Der ausgewiesene Gewinn fiel auf 0,75 Dollar, nach 4,09 Dollar. Die Differenz erklärt ein Sonderertrag aus dem Verkauf einer Beteiligung im Jahr 2025.
Die bereinigte operative Marge gab auf 6,1 Prozent nach, von 7,5 Prozent. Niedrigere Produktionsmengen und ein ungünstigerer Produktmix drückten das Ergebnis, Preiserhöhungen und Kostendisziplin dämpften den Effekt. Agco hat die Fertigung im Quartal um 19 Prozent gekappt, um Händlerbestände nicht aufzublähen.
Nordamerika glänzt, Europa bricht ein
Die Regionen laufen weit auseinander. In Nordamerika stieg der Umsatz währungsbereinigt um 35 Prozent, getragen von Marktanteilsgewinnen bei großen Traktoren sowie Ersatzteilen. Die Region drehte operativ in die Gewinnzone, auch dank rund 13 Millionen Dollar an Zollrückerstattungen.
Europa und der Nahe Osten verloren dagegen 18 Prozent, in Lateinamerika waren es 19 Prozent. Hohe Zinsen, schwache Erlöse der Landwirte und trockenes Wetter dämpfen die Kauflaune. Die operative Ergebnisbelastung in Europa fiel mit 115 Millionen Dollar deutlich aus.
Konzernchef Eric Hansotia spricht vom schwächsten globalen Nachfrageumfeld seit mehr als zehn Jahren. Die Branchennachfrage liege bei etwa 83 Prozent des mittleren Zyklusniveaus.
Prognose bleibt, Cashflow belastet
Für 2026 peilt Agco weiterhin einen Umsatz von 9,8 bis 10,0 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von rund 5,50 Dollar an. Die bereinigte operative Marge soll bei etwa 7,0 Prozent liegen. Das setzt ein starkes Schlussquartal voraus.
Schwächer sieht der Cashflow aus. In den ersten neun Monaten flossen 381 Millionen Dollar frei verfügbare Mittel ab, im Vorjahreszeitraum kamen 65 Millionen Dollar herein. Das Management erwartet für das Gesamtjahr dennoch rund 300 Millionen Dollar Zufluss, weil sich gebundenes Working Capital lösen soll. Aktienrückkäufe von 402 Millionen Dollar seit Jahresbeginn laufen weiter, die Quartalsdividende beträgt 0,30 Dollar je Aktie.
Für 2027 sieht die Führung Erholungschancen: Die Maschinenflotten altern seit Jahren, was aufgestaute Ersatznachfrage schaffen dürfte. Ob der Zyklus tatsächlich dreht, hängt vor allem an den Einkommen der Landwirte in Europa und Lateinamerika. Die nächste Gelegenheit, die Prognose zu prüfen, bieten die Zahlen zum Schlussquartal.
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