Agco, Aktie

Agco Aktie: Zacks stuft auf Strong Sell

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 15:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zacks Research stuft Agco auf „Strong Sell“ herab. Sinkende EPS-Prognosen, Insiderverkäufe und Handelsrisiken belasten den Landtechnikhersteller.

Agco-Aktie steigt, doch Gewinnschätzungen und Branchenlage verschlechtern sich
Abstrakte Darstellung einer agrarwirtschaftlichen Industrielandschaft bei Sonnenuntergang mit düsterer Marktstimmung. Illustration mit AI erstellt.

Anleger des Landmaschinenherstellers Agco blicken derzeit auf ein widersprüchliches Bild. Während die Aktie im deutschen Handel bei 105,10 € notiert und damit ein Plus von 23 % innerhalb der letzten 30 Tage verzeichnet, trüben sich die fundamentalen Aussichten deutlich ein. Die Analysten von Zacks Research stuften das Papier gestern auf „Strong Sell“ herab und benannten den Konzern zum „Bear of the Day“.

Analysten senken Gewinnprognosen drastisch

Der wesentliche Grund für die skeptische Einschätzung der Experten liegt in der massiven Abwärtskorrektur der Gewinnerwartungen. Innerhalb der vergangenen 60 Tage sank der Konsens für das Ergebnis je Aktie (EPS) im laufenden dritten Quartal von zuvor 1,46 US-Dollar auf nur noch 0,88 US-Dollar. Dies entspricht einer Reduzierung der Erwartungen um rund 40 %.

Auch für das Gesamtjahr 2026 zeichnet sich eine Abschwächung ab. Nachdem das Unternehmen bereits vor über einem Monat seine Prognose gesenkt hatte, liegen die aktuellen Schätzungen für das bereinigte EPS nun in einer Spanne von 5,50 bis 5,75 US-Dollar. Zuvor war der Markt noch von Werten um 6,00 US-Dollar ausgegangen.

Trotz dieser Korrekturen hat sich die Aktie zuletzt deutlich erholt und liegt seit Jahresbeginn rund 18 % im Plus. Die Experten von Zacks verweisen jedoch auf eine Bewertung mit einem Forward-KGV von etwa 22, was angesichts der sinkenden Schätzungen als Risiko gewertet wird.

Insiderverkäufe und konjunkturelles Umfeld

Zusätzliche Aufmerksamkeit erregten jüngste Insider-Transaktionen in der Führungsebene des Konzerns. Am Dienstag veräußerte Ivory Marie Harris, Senior Vice President bei Agco, ein Paket von 1.600 Stammaktien zu einem Durchschnittspreis von 125,30 US-Dollar.

Der Verkauf reduzierte ihren direkten Anteil um knapp 10 %. Zwar gab es am selben Tag auch geringfügige Anteilserhöhungen durch zwei Aufsichtsratsmitglieder, diese bewegten sich mit einem Volumen von jeweils wenigen Dutzend Aktien jedoch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

Das makroökonomische Umfeld für Agrartechnikhersteller bleibt unterdessen herausfordernd. Der Branchenverband VDMA geht für den Maschinenbau im Jahr 2026 vom vierten Schrumpfjahr in Folge aus.

Die reale Produktion soll laut aktueller Prognose um 2 % sinken, nachdem zuvor noch eine Stagnation erwartet worden war. Besonders die schwache Inlandsnachfrage belastet die Branche, während Impulse aus dem Ausland bisher nicht für eine Trendwende sorgen konnten.

Steigende Kostenrisiken durch Handelskonflikte

Ein weiteres Risiko für die Produktionskosten und Margen von Herstellern wie Agco oder John Deere ergibt sich aus neuen Handelsspannungen in Nordamerika. Wie aus Ökonomenkreisen der Ohio State University berichtet wird, könnten Vergeltungszölle Kanadas auf Stahl-, Aluminium- und Eisenprodukte die Kosten für Agrarausrüstung in die Höhe treiben.

Da mehr als 35 % der in den USA genutzten Agrarmaschinen und deren Bauteile aus Kanada stammen, könnten diese Zölle die ohnehin seit Jahren rückläufigen Investitionen der Landwirte weiter belasten.

Für Agco bedeutet dies eine Fortführung des schwierigen Marktumfelds, in dem das Unternehmen bereits im zweiten Quartal die Markterwartungen bei Umsatz und Ergebnis verfehlt hatte. Der Umsatz belief sich in diesem Zeitraum auf 2,61 Milliarden US-Dollar und blieb damit hinter der Konsensschätzung von 2,75 Milliarden US-Dollar zurück.

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