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Air France - KLM Aktie: Portugal vergibt TAP an Lufthansa

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 12:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Portugal vergibt den TAP-Anteil an Lufthansa; JPMorgan reduziert sein Kursziel für Air France-KLM auf 14,50 Euro.

Bunte Pop-Art-Comic-Illustration eines Flugzeugs über stilisierten Wolken
Pop-Art-Comic-Szene mit stilisiertem Flugzeug und Wolken zeigt Air France-KLM SA FR0000031122 Fluggesellschaft Illustration mit AI erstellt.

Die europäische Luftfahrtbranche setzt ihre Konsolidierung fort, doch bei einem zentralen Übernahmeziel geht Air France-KLM leer aus. Im Bieterwettbewerb um eine Minderheitsbeteiligung an der staatlichen portugiesischen Fluggesellschaft TAP Air Portugal hat sich die Regierung in Lissabon gegen das französisch-niederländische Bündnis entschieden.

Portugal wählte stattdessen die deutsche Lufthansa aus, um einen Anteil von 44,9 Prozent an TAP zu einem Bewertungswert von 1,2 Milliarden Euro zu übernehmen.

Air France-KLM war der einzige weitere Bieter in diesem Verfahren gewesen. Mit dem Beschluss endet der Versuch des Konzerns, sich über das Drehkreuz Lissabon einen stärkeren direkten Zugang zu den lukrativen Südatlantikrouten nach Lateinamerika zu sichern.

JPMorgan kappt das Kursziel

Die Niederlage im Ringen um TAP fand auch am Kapitalmarkt unmittelbar Beachtung. Nach dem Bekanntwerden der Entscheidung am Mittwoch geriet der Aktienkurs zeitweise unter Verkaufsdruck. Am heutigen Handelstag stabilisiert sich das Papier jedoch etwas und notiert bei 10,60 Euro, was einem Zuwachs von 1,8 Prozent entspricht. Seit dem Jahreswechsel summiert sich der Rückgang des Titels damit auf 8,3 Prozent.

Analyst Harry Gowers von der US-Bank JPMorgan reagierte am Mittwoch auf die jüngsten Entwicklungen und senkte das Kursziel für Air France-KLM auf 14,50 Euro. Details zu einer veränderten Einstufung oder der vorherigen Zielmarke wurden nicht genannt.

Fokus verlagert sich auf Skandinavien

Nach dem Rückschlag in Südeuropa rücken die anderen Expansionspläne der Airline-Gruppe stärker in den Mittelpunkt. Vor wenigen Tagen veröffentlichte die marokkanische Wettbewerbsbehörde eine Mitteilung zum Vorhaben von Air France-KLM, die Beteiligung an der skandinavischen Fluggesellschaft SAS deutlich auszubauen. Geplant ist der Zukauf weiterer 40,6 Prozent der Anteile von den Investoren Castlelake und Lind Invest.

Sollte dieser Schritt die behördlichen Freigaben erhalten, würde Air France-KLM seinen Anteil an SAS auf 60,5 Prozent aufstocken und damit die alleinige Kontrolle übernehmen. Wie Aviation Week berichtete, prüfen KLM Cityhopper und SAS bereits mögliche Synergien in Bereichen wie Wartung, Ersatzteilbeschaffung, Besatzungsausbildung und Reservekapazitäten.

Parallel zur strategischen Netzwerkbereinigung investiert die Gruppe weiter in die Flottenverjüngung. Zu Monatsbeginn übernahm KLM ihren ersten Airbus A350-900 mit 331 Sitzen.

Das Gesamtordervolumen des Konzerns für diesen Flugzeugtyp umfasst 99 feste Bestellungen sowie Optionen auf 40 weitere Maschinen. Während der Vorstoß nach Portugal gescheitert ist, forcieren die Verantwortlichen die Modernisierung der Kernflotte und die Integration der skandinavischen Partnerschaft.

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