Air Products Aktie: Zwei neue Group Presidents ernannt
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 11:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deAir Products verteilt die Verantwortung für seine regionalen Geschäfte und die Projektabwicklung neu. Das Unternehmen ernannte am Montag Kurt Lefevere und Francesco Maione zu Group Presidents. Die Änderungen gelten ab dem 1. November 2026. Für Anleger ist dabei besonders die Zuordnung der Projektverantwortung relevant: Abgesagte Clean-Energy-Projekte hatten zuletzt erhebliche Belastungen verursacht.
Die Neuordnung betrifft sowohl regionale Geschäfte als auch globale Aufgaben. Beide Manager berichten direkt an CEO Eduardo Menezes. Damit bleibt die Berichtslinie an der Konzernspitze unverändert, während Lefevere und Maione andere Zuständigkeitsbereiche übernehmen.
Regionen und Projektaufgaben wechseln
Lefevere wechselt von der Leitung des Asiengeschäfts an die Spitze der Region Americas. Sein Verantwortungsbereich umfasst Atmosphärengase in Nord- und Südamerika sowie das nordamerikanische HyCO-Geschäft. Hinzu kommen Membrane Solutions, Gardner Cryogenics und Rotoflow sowie die globale HyCO-Projektabwicklung.
Maione übernimmt die Führung für EMEA und Asien. Dazu gehören die Geschäfte in Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Indien. Auch Helium und seltene Gase sowie die globale ASU- und Standardanlagen-Projektabwicklung fallen in seinen Zuständigkeitsbereich. Zuvor verantwortete er Americas, Helium und seltene Gase.
Die Änderung ist damit mehr als ein Wechsel regionaler Führungspositionen. Beide Manager erhalten neben geografisch abgegrenzten Geschäften auch weltweite Aufgaben in der Projektabwicklung. Für die Beurteilung der neuen Struktur zählt deshalb nicht allein die Entwicklung einzelner Regionen, sondern ebenso die Umsetzung der jeweiligen Projekte.
Hohe Belastungen prägen den Hintergrund
Im dritten Quartal 2026 meldete Air Products einen operativen Verlust von 2,1 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten waren Belastungen von 2,9 Milliarden US-Dollar, überwiegend wegen abgesagter Clean-Energy-Projekte.
Dieser Hintergrund macht die Zuständigkeiten für Projekte zu einem wichtigen Punkt der Neuordnung. Aus den Ernennungen allein lässt sich allerdings keine Verbesserung der Ergebnisentwicklung ableiten. Entscheidend wird sein, wie sich die neu zugeordneten Verantwortungsbereiche operativ entwickeln.
Der Quartalsumsatz erreichte 3,2 Milliarden US-Dollar und stieg gegenüber dem Vorjahr um 5%. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,47 US-Dollar.
Bereinigtes Ergebnis und Projektfolgen auseinanderhalten
Das bereinigte Ergebnis und der ausgewiesene operative Verlust zeichnen unterschiedliche Bilder desselben Quartals. Anleger sollten die Entwicklung des laufenden Geschäfts deshalb getrennt von den Folgen abgesagter Projekte beurteilen. Die neue Führungsstruktur verändert zunächst die Verantwortung, nicht die bereits gemeldeten Belastungen.
Für Air Products liegt der nächste konkrete Schritt im Amtsantritt der beiden Group Presidents. Die zentrale Anlegerfrage bleibt die Verbindung zwischen regionaler Geschäftsentwicklung und globaler Projektsteuerung. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Neuverteilung der Aufgaben an.
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