Airbus, Aktie

Airbus Aktie: 12,6 Milliarden Dollar vor Boeing

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 10:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Airbus liefert im Juli 67 Flugzeuge aus und hÀlt am Jahresziel von rund 870 Maschinen fest. Das NeugeschÀft bleibt mit 204 BruttoauftrÀgen stark.

Airbus-Aktie: Juli-Auslieferungen unter Juni-Niveau, Jahresziel bleibt bestehen
Silhouette eines modernen Verkehrsflugzeugs bei goldenem Sonnenlicht am Himmel als Symbol fĂŒr die Luftfahrtindustrie. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Airbus hat im Juli 2026 zwar etwas an Auslieferungstempo verloren, bleibt aber klar auf Kurs zu seinem Jahresziel. Der europĂ€ische Flugzeugbauer ĂŒbergab im vergangenen Monat 67 Maschinen an 39 Kunden – deutlich weniger als die 89 Flugzeuge im Juni und 81 im Mai, aber exakt auf dem Niveau von April. Damit summieren sich die Auslieferungen seit Jahresbeginn auf 418 Flugzeuge, gegenĂŒber 373 zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Der Konzern hĂ€lt an seinem Ziel von rund 870 Auslieferungen fĂŒr das Gesamtjahr fest.

Auftragseingang bleibt hoch

WĂ€hrend das Tempo bei den Übergaben schwankte, lief das NeugeschĂ€ft im Juli auf Hochtouren: Airbus verbuchte 204 BruttoauftrĂ€ge, darunter 100 Maschinen der A320neo-Familie fĂŒr den Leasinggeber SMBC Aviation. Riyadh Air bestellte zusĂ€tzlich sechs A350-1000, China Eastern orderte 25 A330-900 und ein bislang nicht genannter Kunde sicherte sich sechs A321neo. Bei den Auslieferungen erhielt IndiGo sieben neue A320neo-Maschinen, China Southern Airlines vier Flugzeuge – eines davon ĂŒber eine Leasingstruktur mit BoCom –, wĂ€hrend Emirates drei A350-900 und American Airlines drei A321neo ĂŒbernahmen.

Im Halbjahresvergleich mit dem US-Rivalen Boeing zeigt sich der Abstand deutlich: Airbus sammelte in der ersten JahreshĂ€lfte 821 Nettobestellungen ein, Boeing kam auf 408. Umgerechnet in Auftragswert bedeutet das fĂŒr Airbus einen Vorsprung von 12,6 Milliarden US-Dollar.

Starkes erstes Halbjahr, Verzögerung bei der Frachterversion

Die operative Basis fĂŒr diese Dynamik lieferte bereits das erste Halbjahr. Airbus ĂŒbergab in den ersten sechs Monaten 351 Verkehrsflugzeuge, ein Plus von 15 Prozent gegenĂŒber 306 Maschinen im Vorjahreszeitraum, verteilt auf 44 A220, 271 Flugzeuge der A320-Familie, 10 A330 und 26 A350. Der Konzernumsatz stieg um 12 Prozent auf 33,176 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte um 24 Prozent auf 2,727 Milliarden Euro zu, das ausgewiesene EBIT sogar um 70 Prozent auf 2,745 Milliarden Euro. Höhere Auslieferungszahlen waren dabei der wichtigste Treiber, ergĂ€nzt durch eine stĂ€rkere Entwicklung im Verteidigungs- und RaumfahrtgeschĂ€ft.

Bei der Frachterversion A350F kommt Airbus dagegen langsamer voran als ursprĂŒnglich geplant. Die erste Maschine hat die Bodenschwingungstests in Toulouse Anfang August erfolgreich abgeschlossen, die im Juni ĂŒber drei Tage liefen. Als nĂ€chster Schritt folgen sogenannte Flutter-Tests in den ersten drei Monaten der Flugerprobung, bei denen das Flugzeug bis zur maximalen Sturzgeschwindigkeit und Mach-Zahl geprĂŒft wird. Der Erstflug soll noch in diesem Jahr stattfinden, doch der Dienstantritt wurde von ursprĂŒnglich 2026 auf 2027 verschoben. Konzernchef Guillaume Faury bekrĂ€ftigte auf der Halbjahres-Telefonkonferenz, Zertifizierung und erste Auslieferung wĂŒrden idealerweise bis Ende 2027 folgen, grĂ¶ĂŸere StĂŒckzahlen erst 2028. FĂŒr die Erprobung baut Airbus zwei A350F-Maschinen, die 2026 und 2027 zum Einsatz kommen sollen.

Ein Belastungsfaktor bleibt die Triebwerksversorgung durch Pratt & Whitney. Faury erklĂ€rte, Airbus habe derzeit keine Flugzeuge, die nur auf fehlende Triebwerke warten – zugleich verfĂŒge der Konzern aber ĂŒber keinen Puffer an Pratt & Whitney-Aggregaten. Die vom Zulieferer zuvor reduzierten Liefervolumina prĂ€gen weiterhin die geplante Produktionssteigerung fĂŒr 2026 und 2027, und die GesprĂ€che ĂŒber die kommerziellen Folgen dieser KĂŒrzung dauern an.

Kurs nahe am Rekordhoch

An der Börse hat sich das solide operative Bild niedergeschlagen. Die Airbus-Aktie schloss am Freitag bei 214,05 Euro und legte allein in den vergangenen sieben Handelstagen um 5,42 Prozent zu. Damit notiert das Papier nur noch 3,25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, das am 13. Januar erreicht wurde. Berenberg hatte das Kursziel vor rund einer Woche im Zuge der HalbjahresprĂ€sentation von 205 auf 210 Euro angehoben, die Einstufung „Hold“ jedoch belassen und die langfristigen GewinnschĂ€tzungen pro Aktie leicht gekappt. Die Analysten wĂŒrdigten damit den Gewinn- und Cashflow-Ausweis ĂŒber den Erwartungen, verwiesen aber zugleich auf steigende Forschungsausgaben und Personalkosten als Belastung fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte.

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