Airbus, Aktie

Airbus Aktie: A350-1000ULR fliegt 23.000 Kilometer

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 20:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Airbus steigert Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr deutlich und startet ein 5-Milliarden-Euro-Rückkaufprogramm. Die Aktie gibt trotzdem nach.

Airbus Halbjahresbilanz 2026: Rekordauslieferungen und milliardenschwerer Aktienrückkauf
Silhouette eines Flugzeugflügels vor einem goldenen Sonnenuntergang als Symbol für Luftfahrt und Innovation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus hat heute eine starke Bilanz für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt und ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Trotz anhaltender Herausforderungen in den globalen Lieferketten konnte das Unternehmen sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis deutlich zulegen. Die Aktie reagierte am heutigen Dienstag mit moderaten Abschlägen und notiert aktuell bei 51,50 €. Damit vergrößert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch vom 12. Januar auf 6,36 %.

Kräftiges Plus bei Umsatz und Ergebnis

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres steigerte Airbus den Umsatz um 12 % auf 33,18 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) kletterte um 24 % auf 2,73 Milliarden Euro, während das Nettoergebnis mit einem Plus von 47 % auf 2,24 Milliarden Euro sogar noch deutlicher zulegte. Besonders das zweite Quartal erwies sich als rekordverdächtig: Airbus lieferte in diesem Zeitraum 237 Flugzeuge aus, was die Gesamtzahl der Auslieferungen im ersten Halbjahr auf 351 Maschinen hob. Im Vorjahreszeitraum waren es 306 Flugzeuge gewesen.

Das Vertrauen in die langfristige Entwicklung unterstreicht der Konzern mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 5 Milliarden Euro. Zudem hob das Management die Gewinnprognose für das Jahr 2029 an. Für das Gesamtjahr 2026 bekräftigte Airbus seine Ziele und strebt weiterhin die Auslieferung von rund 870 Verkehrsflugzeugen sowie ein bereinigtes EBIT von etwa 7,5 Milliarden Euro an. Das Auftragsbuch bleibt mit 9.222 Flugzeugen prall gefüllt, wobei allein im ersten Halbjahr 821 Nettobestellungen verbucht wurden.

Fortschritte bei Langstrecken und Frachtern

Neben den finanziellen Kennzahlen treibt Airbus seine technischen Projekte voran. So bereitet das Unternehmen derzeit die entscheidenden Flug-Vibrationstests für den neuen A350-Frachter (A350F) vor. Diese sogenannten Flutter-Tests sollen in den ersten drei Monaten der Flugtestkampagne bis zur maximalen Sturzgeschwindigkeit durchgeführt werden. Ein wichtiger Meilenstein wurde bereits im Juni in Toulouse erreicht, wo die dreitägigen Bodenvibrationstests erfolgreich abgeschlossen wurden.

Auch im Bereich der Ultra-Langstrecken setzt der Konzern neue Maßstäbe. Ein A350-1000ULR, der speziell für das „Project Sunrise“ der australischen Qantas entwickelt wurde, absolvierte am 28. Juli einen Testflug von Melbourne nach Toulouse. Die Maschine war 24 Stunden und 24 Minuten in der Luft und legte dabei eine Strecke von über 23.000 Kilometern zurück. Diese Variante verfügt über einen zusätzlichen Tank mit einem Fassungsvermögen von 20.900 Litern, was die Reichweite signifikant erhöht. Die erste Auslieferung dieser Maschinen ist für April 2027 geplant.

Herausforderungen durch Triebwerke und Marktumfeld

Trotz der positiven Nachrichten bleibt die angespannte Situation bei den Zulieferern ein zentrales Thema. Airbus drängt insbesondere auf eine höhere Verfügbarkeit von Pratt & Whitney-Triebwerken für das Jahr 2027, um das ehrgeizige Produktionsziel von 75 Maschinen der A320neo-Familie pro Monat zu erreichen. Medienberichten zufolge erwartet das Management eine vollständige Lösung der Triebwerksprobleme erst bis zum Jahr 2028.

Das Marktumfeld zeigt sich derweil zweigeteilt. Während Großbestellungen wie die von Air Asia über 150 A220-Jets oder der Auftrag von Flynas über 25 Flugzeuge die Nachfrage stützen, warnte die Lufthansa heute vor sinkenden Gewinnen aufgrund volatiler Treibstoffkosten. Analysten bewerten die Aussichten für Airbus dennoch überwiegend optimistisch. Das Analysehaus William O’Neil startete die Beobachtung der Aktie heute mit einer Kaufempfehlung. Der allgemeine Marktkonsens unter 13 Analysten weist derzeit elf Kaufempfehlungen und ein durchschnittliches Kursziel von 228,08 Euro aus. Am heutigen Handelstag verzeichnete das Papier jedoch ein Minus von 1,90 %.

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