Airbus, Aktie

Airbus Aktie: Verkauf von Satelliten-Sparte in Florida geprüft

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 04:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Airbus erwägt eine Verlagerung der OneWeb-Fertigung nach Toulouse und prüft einen Verkauf in Florida, während die Aktie unter Druck bleibt.

Airbus prüft Verkauf von US-Satellitensparte in Florida
Ein Satellit im Weltraum vor dem Hintergrund eines Planeten, symbolisiert die Luft- und Raumfahrtbranche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Airbus hat eine strategische Überprüfung seines US-Geschäfts für Kleinsatelliten am Standort Merritt Island in Florida eingeleitet. Ziel ist es, die Fertigung der nächsten OneWeb-Satellitengeneration am Hauptstandort im französischen Toulouse zu bündeln. Ein Verkauf der Sparte wird dabei als Option geprüft.

Der Financial Times zufolge sondiert Airbus bereits das Interesse potenzieller Käufer für die US-Raumfahrteinheit. Das Geschäft erwirtschaftet nach diesem Bericht jährlich mehrere Hundert Millionen Dollar Umsatz und beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter. Eine Entscheidung über Verbleib oder Verkauf steht noch aus.

Neue Allianz im Weltraumgeschäft

Die mögliche Neuordnung der Satellitenfertigung fällt in eine Phase strategischer Umbrüche im Raumfahrtsegment. Erst am Wochenende hatte Airbus mit Thales und Leonardo eine Vereinbarung zur sogenannten "Bromo"-Allianz besiegelt.

Die drei Unternehmen wollen ihre Weltraumsysteme und Satellitendienste bündeln, um gegenüber SpaceX und chinesischen Wettbewerbern konkurrenzfähig zu bleiben. Der Start der gemeinsamen Aktivitäten ist für 2027 vorgesehen, vorbehaltlich der noch ausstehenden regulatorischen Freigaben.

Die geplante Konzentration der OneWeb-Produktion in Toulouse würde sich nahtlos in diese neue Struktur einfügen. Ein separater Verkauf des Florida-Standorts könnte zusätzliches Kapital für die Allianz freisetzen, während Airbus die europäische Fertigungsbasis stärkt.

Operatives Geschäft läuft planmäßig

Während sich die Raumfahrtsparte neu sortiert, hält Airbus am zivilen Kerngeschäft fest. Für 2026 bekräftigte das Unternehmen zuletzt das Ziel von rund 870 Flugzeugauslieferungen bei einem bereinigten operativen Gewinn von 7,5 Milliarden Euro.

Im Juli lieferte der Konzern 67 Verkehrsflugzeuge an 39 Kunden aus, womit sich die Jahressumme auf 418 Maschinen summierte. Gleichzeitig gingen im selben Monat 204 Bruttobestellungen ein.

Auch bei der Modellpalette tut sich etwas: Airbus rollte den neuen Frachter A350F aus und peilt den Erstflug für die dritte Septemberwoche an. In Belfast startete zudem der Ausbau des Flügelwerks um 6.200 Quadratmeter, um die A220-Fertigung zu steigern; die Fertigstellung ist für die erste Hälfte 2028 geplant.

Kurs bleibt unter Druck

An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt verhalten. Am Freitag schloss das Papier bei 202,40 Euro, ein Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht ergibt sich ein Rückgang von 0,4 Prozent. Damit notiert die Aktie weiterhin unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 221,25 Euro vom 13. Januar, hält aber deutlichen Abstand zum Jahrestief von 154,50 Euro.

Die anhaltende Nachrichtenlage rund um Restrukturierung im Raumfahrtgeschäft und operative Details im Flugzeuggeschäft dürfte die Kursentwicklung in den kommenden Wochen weiter prägen, zumal der Erstflug des A350F und mögliche Neuigkeiten zur Florida-Sparte anstehen.

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