Aktie, Abfindungsangebot

Aktie: Abfindungsangebot erstmals für Führungskräfte

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 00:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mercedes-Benz will ab Dezember Verwaltungsstellen ohne betriebsbedingte Kündigungen abbauen und bezieht erstmals leitende Führungskräfte ein.

S/W Reportagefoto: Fabrikarbeiter mit Schutzhelm überwacht industriellen Schweißroboter an Autokarosserie
Schwarzweiß-Reportage: Werksarbeiter überwacht industriellen Karosserie-Schweißroboter in Automobil-Fabrik. Mercedes-Benz Group AG, ISIN DE0007100000 Illustration mit AI erstellt.

Mit einem neuen Freiwilligenprogramm forciert die Mercedes-Benz Group die Restrukturierung ihrer Verwaltung in Deutschland. Ab Dezember soll ein Abfindungsprogramm für Beschäftigte außerhalb der unmittelbaren Produktion starten, das im Vergleich zu früheren Maßnahmen einen erweiterten Kreis adressiert. Erstmals erhalten neben den Tarifbeschäftigten auch leitende Führungskräfte Angebote für einen freiwilligen Ausstieg.

Personalabbau ohne Kündigungswelle

Das Vorhaben kündigte das Unternehmen der Belegschaft in Deutschland per E-Mail an. Ziel ist es, Personalkosten im administrativen Bereich strukturell zu senken, ohne auf betriebsbedingte Kündigungen zurückgreifen zu müssen. Dass nun auch mittlere und höhere Managementebenen einbezogen werden, markiert eine spürbare Verschärfung der bisherigen Sparmaßnahmen.

Der Schritt fügt sich in die Bemühungen ein, die Kostenbasis an die anhaltende Marktschwäche in China und die weltweiten Belastungen anzupassen. Zuletzt hatte das Management vor rund 5.000 Beschäftigten in Stuttgart-Untertürkheim auf spürbare Einsparungen gedrungen.

Auch im operativen Alltag zeichnen sich Veränderungen ab: Eine neue Konzernvereinbarung sieht vor, dass Führungskräfte künftig bis zu vier Tage Präsenzpflicht pro Woche anordnen dürfen.

Verlängerte Allianz im After-Sales-Geschäft

Während die interne Verwaltung verschlankt wird, setzt der Stuttgarter Automobilkonzern im operativen Geschäft auf Kontinuität bei strategischen Zulieferern. Am 1. Oktober verlängerten FUCHS SE und die Konzerntochter Mercedes-Benz Global Services & Parts ihre Partnerschaft für Schmierstofflösungen. Die Kooperation deckt das weltweite After-Sales-Netzwerk ab und sichert die Versorgung von Werkstätten und Kunden mit freigegebenen Betriebsstoffen.

Gleichzeitig stützt das Unternehmen den eigenen Börsenkurs punktuell über den Kapitalmarkt. Zwischen dem 21. und 25. September kaufte Mercedes-Benz im Rahmen seines laufenden Programms 895.000 eigene Aktien zurück. Das dafür aufgewendete Gesamtvolumen belief sich auf 38.084.349,00 Euro. Zudem erhöhte der Vermögensverwalter BlackRock seinen Gesamtstimmrechtsanteil inklusive Instrumenten laut Meldung vom 25. September auf 6,04 Prozent.

Zahlen für das dritte Quartal im Blick

An den Märkten dominieren dennoch die konjunkturellen Sorgen. Die Aktie von Mercedes-Benz ging am Freitag bei 39,90 Euro aus dem Handel und notiert damit nur knapp über dem am 2. Oktober markierten 52-Wochen-Tief von 39,70 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf 34 Prozent.

Ob die eingeleiteten Sparprogramme das Vertrauen der Anleger wiederherstellen können, dürfte sich Ende des Monats zeigen. Am 28. Oktober 2026 plant die Mercedes-Benz Group die Veröffentlichung ihres Zwischenberichts für das dritte Quartal 2026, gefolgt von einer Konferenz für Analysten. Die Detailergebnisse zu Marge und Absatz werden zeigen, wie stark der Gegenwind in den Kernmärkten das Zahlenwerk tatsächlich belastet hat.

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