Alibaba, Aktie

Alibaba Aktie: Qwen3.8-Max 60–80% günstiger als OpenAI

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 02:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Alibaba stellt mit Qwen3.8-Max ein hochskalierbares KI-Modell vor, das in Benchmarks mit westlichen Systemen konkurriert. Der Cloud-Bereich wächst um 40 Prozent, während Analysten die Aktie positiv bewerten.

Alibaba präsentiert Qwen3.8-Max: KI-Modell mit 2,4 Billionen Parametern
Abstrakte Darstellung von moderner KI-Infrastruktur und Server-Technologie in einem professionellen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Massive Leistungssteigerung bei Qwen3.8-Max

Gestern präsentierte die Alibaba Group mit Qwen3.8-Max ihr bislang leistungsfähigstes KI-Modell und löste damit eine deutliche Kursreaktion an den internationalen Handelsplätzen aus. Die neue Version verfügt über 2,4 Billionen Parameter und basiert auf einer Mixture-of-Experts-Architektur (MoE), bei der 95 Milliarden Parameter aktiv genutzt werden. Technisch setzt sich das Modell mit einem Kontextfenster von einer Million Token an die Spitze der chinesischen Textmodelle und konkurriert in Benchmarks direkt mit westlichen Systemen wie Anthropic Fable 5 oder GPT-5.6.

Parallel zur Veröffentlichung der Schnittstellen für Entwickler startete die Alibaba Cloud gestern die öffentliche Beta-Phase von QwenWork. Dieser neue Enterprise-Agent soll verschiedene Büroanwendungen konsolidieren und die Produktivität in Unternehmen steigern. Preislich positioniert sich Alibaba dabei aggressiv: Die Nutzungskosten für die API liegen bei 2,00 US-Dollar pro Million Input-Token und 6,00 US-Dollar pro Million Output-Token. Damit unterbietet der Konzern die Preise vergleichbarer Modelle von OpenAI um etwa 60 bis 80 Prozent.

Strategischer Fokus auf Cloud-Wachstum und Investitionen

CEO Wu Yongming betonte im Rahmen der jüngsten Geschäftsberichte die hohe Sicherheit bei den Renditeerwartungen für KI-Investitionen. In den kommenden drei Jahren plant der Konzern Investitionsausgaben (Capex) von mehr als 380 Milliarden Renminbi, um die Infrastruktur weiter auszubauen. Das Segment Alibaba Cloud verzeichnete im abgelaufenen Zeitraum ein Wachstum des externen Umsatzes um 40 Prozent — das stärkste Plus seit neun Quartalen. KI-Produkte steuern mittlerweile etwa 30 Prozent zum externen Cloud-Umsatz bei.

Der operative Fokus trägt erste Früchte im Cloud-Ökosystem: Die Anzahl der Kunden für „Model-as-a-Service“ (MaaS) hat sich im Jahresvergleich verachtfacht. Derzeit werden rund 470.000 Grafikprozessoren (GPUs) im Netzwerk betrieben, wovon 60 Prozent für externe Kunden bereitgestellt werden. Das Papier schloss am Dienstag bei 111,80 Euro und notiert damit etwa 13,78 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. In den vergangenen sieben Tagen legte der Wert bereits um 11,13 Prozent zu.

Analystenstimmen und institutionelles Interesse

Die Analysten von JPMorgan bewerten die Aktie weiterhin positiv und geben ein Kursziel von 205 US-Dollar aus. Auch die Experten von Mizuho zeigen sich optimistisch und taxieren das Ziel auf 195 US-Dollar. Im Konsens wird der Titel derzeit als moderater Kauf eingestuft. Das Vertrauen der institutionellen Anleger scheint ebenfalls zuzunehmen: Die Norges Bank baute jüngst eine neue Position auf, während Capital World ihre Anteile um 7,7 Prozent auf 6,5 Millionen Aktien aufstockte.

Abseits der operativen Nachrichten gab es zuletzt Berichte über private Veränderungen an der Unternehmensspitze. Chairman Joseph Tsai und Clara Wu Tsai haben ihre Scheidung eingeleitet. Laut Unternehmensangaben hat dies jedoch keine Auswirkungen auf die Eigentümerstruktur; es seien weder Aktienverkäufe noch Aufspaltungen der Anteile geplant. Tsai behält seine Rolle als Chairman des Konzerns bei. Auf rechtlicher Ebene sieht sich Alibaba unterdessen mit einer Sammelklage konfrontiert, in der die Kanzlei Rosen Law Firm Investoren wegen möglicher Unregelmäßigkeiten zur Beteiligung aufruft. Zudem wurden am 25. Juni Insider-Verkäufe durch den CFO und den General Counsel bekannt, die in Summe über 180.000 Aktien betrafen.

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