Alphabet, Aktie

Alphabet Aktie: Berkshire kauft für 17 Milliarden Dollar

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berkshire Hathaway stockt Alphabet-Beteiligung massiv auf. Analysten bleiben gespalten, während Alphabet hohe Investitionen in KI-Infrastruktur tätigt.

Berkshire Hathaway erhöht Alphabet-Anteil um 17 Milliarden Dollar
Abstraktes, atmosphärisches Bild eines modernen Büros mit warmem Licht als Symbol für großvolumige Investitionen am Finanzmarkt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat ihre Alphabet-Beteiligung im zweiten Quartal 2026 um 17 Milliarden Dollar erhöht. Damit hält Berkshire nun rund 106 Millionen Aktien im Wert von etwa 36,6 Milliarden Dollar – Alphabet avanciert damit zur drittgrößten Einzelposition im Portfolio des Investors. Die Aktie notiert aktuell bei 300,20 Euro, ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Freitagsschlusskurs von 299,00 Euro.

Prominenter Zukauf trifft auf gemischtes Analystenbild

Der Kapitalzufluss aus Omaha fällt in eine Phase, in der Alphabet gleichzeitig mit Rückenwind und Gegenwind konfrontiert ist. Auf der positiven Seite bekräftigte das Analysehaus Citizens am heutigen Montag seine Einstufung „Market Outperform" mit einem Kursziel von 515 Dollar und verwies dabei auf die wachsende Dominanz von YouTube als zentralem Vertriebskanal für Inhalte.

Gegenläufig hatte Morgan Stanley bereits Ende Juli sein Kursziel für Alphabet von 415 auf 400 Dollar gesenkt. Noch schwerer wog die Herabstufung durch Zacks Research am 13. August, das seine Einschätzung von „Strong Buy" auf „Hold" zurücknahm – begründet mit steigenden Investitionsausgaben und einer ambitionierten Bewertung.

Diese Sorge um die Kapitalintensität ist nicht abstrakt: Alphabet hatte bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal am 22. Juli die Investitionsguidance für das Gesamtjahr 2026 auf 205 Milliarden Dollar angehoben. Im selben Bericht wies das Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 9,11 Dollar bei einem Umsatz von 119,80 Milliarden Dollar aus.

Personalwechsel und Finanzierungsschritte

Kursbelastend wirkten am Freitag zudem Medienberichte, wonach der langjährige KI-Forscher Jeff Dean das Unternehmen verlässt, während DeepMind-Chef Demis Hassabis eine breitere Führungsrolle innerhalb der Forschungsabteilungen von Alphabet übernehmen soll.

Der Aktienkurs bewegt sich derzeit rund 14 Prozent unterhalb seines 52-Wochen-Hochs von 350,75 Euro, das im Mai erreicht wurde – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Nachrichtenlage die Bewertung spürbar gedämpft hat.

Parallel zu den personellen Umbauten treibt Alphabet die Produktentwicklung voran: Mit Gemini 3.7 Flash brachte das Unternehmen ein neues KI-Modell auf den Markt, das speziell für Softwareentwicklung und automatisierte Geschäftsprozesse optimiert ist. Ein Termin für die angekündigte „Pro"-Version steht noch nicht fest.

Auf der Finanzierungsseite schloss Alphabet Anfang August eine Anleiheemission über 25 Milliarden Dollar ab, gestaffelt mit Laufzeiten von 2028 bis 2066 – darunter variabel verzinste Papiere über 750 Millionen Dollar sowie Anleihen mit 6,500 Prozent Zins im Volumen von 2,5 Milliarden Dollar mit Fälligkeit 2066. Diese Mittel dürften auch der massiv gestiegenen Investitionslast in die KI-Infrastruktur dienen.

Rechtliche Fronten bleiben offen

Neben den operativen und personellen Themen bleibt der regulatorische Druck bestehen. Das US-Justizministerium erhielt Anfang August Unterstützung durch einen 34-seitigen Amicus-Brief von Technologiepolitik-Experten vor dem Berufungsgericht des D.C. Circuit, der argumentiert, generative KI-Konkurrenz reiche nicht aus, um Googles Suchmonopol zu disziplinieren.

Zudem verklagte die Werbeplattform Teads Holding Anfang August Google und Alphabet vor einem New Yorker Bundesgericht wegen mutmaßlichen Schadens durch das Ad-Tech-Monopol des Konzerns – ein Verfahren, das sich in eine Reihe ähnlicher Klagen von PubMatic, Magnite und OpenX einreiht.

Insider verkauften zudem in den 90 Tagen vor einer Anfang August veröffentlichten Pflichtmitteilung Alphabet-Aktien im Wert von rund 14,9 Millionen Dollar. Angesichts der Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 3.657 Milliarden Euro bleibt dies eine vergleichsweise kleine Bewegung, die den grundsätzlichen Vertrauensbeweis von Berkshire Hathaway kaum relativiert.

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