Altech: 25 Prozent Crash nach CERENERGY-Stopp
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 19:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Altech Advanced Materials hat die PlĂ€ne fĂŒr das ambitionierte CERENERGY-Projekt im Industriepark Schwarze Pumpe offiziell aufgegeben. Nachdem die Suche nach einem strategischen Investor fĂŒr die Realisierung der geplanten Feststoffbatteriefabrik gescheitert ist, zieht sich das Unternehmen von dem Vorhaben zurĂŒck. Medienberichten zufolge reagierte der Kapitalmarkt unmittelbar auf die Nachricht; die Aktie verzeichnete einen KursrĂŒckgang von rund 25 Prozent.
Gescheiterte Investorensuche beendet FabrikplÀne
Das Vorhaben sah ursprĂŒnglich die Errichtung einer ProduktionsstĂ€tte fĂŒr Batterien auf einer FlĂ€che von 14 Hektar vor. Die erste Ausbaustufe der Fabrik sollte eine KapazitĂ€t von 100 Megawattstunden (MWh) erreichen. Da jedoch kein Finanzierungspartner fĂŒr das industrielle GroĂprojekt gewonnen werden konnte, wird die Liegenschaft nun wieder abgegeben. Das entsprechende GrundstĂŒck geht fĂŒr einen Betrag von 675.000 Euro an die Gemeinde Spreetal zurĂŒck. Damit endet die Aussicht auf die Schaffung einer neuen industriellen Basis an dem sĂ€chsischen Standort.
Fördergelder in Millionenhöhe verfallen
Mit dem Stopp des Projekts verliert das Unternehmen auch den Zugriff auf betrĂ€chtliche staatliche UnterstĂŒtzungen. Der Bund hatte fĂŒr das Vorhaben im Rahmen des STARK-Programms einen Zuschuss in Höhe von 46,7 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Diese Förderung hĂ€tte etwa 30 Prozent der förderfĂ€higen Kosten abgedeckt. Obwohl das Unternehmen noch am gestrigen Freitag eine VerlĂ€ngerung der Frist fĂŒr diesen Zuschuss bis zum 30. September 2026 erwirkt hatte, wird diese Zusage durch die Einstellung des Projekts nun hinfĂ€llig.
Die Nachricht folgt auf eine bereits angespannte Lage innerhalb der Unternehmensgruppe. Schon zum 30. Juni wurde die Tochtergesellschaft Altech Industries Germany GmbH, die das Projekt âSilumina Anodesâ betreute, aufgelöst und befindet sich seitdem in Liquidation. Mit dem Ende von CERENERGY bricht nun die zweite zentrale SĂ€ule der bisherigen Wachstumsstrategie weg.
Technologischer Hintergrund und Fraunhofer-Kooperation
Die CERENERGY-Technologie basierte auf Entwicklungen des Fraunhofer-Instituts fĂŒr Keramische Technologien und Systeme (IKTS). Das Ziel war die MarkteinfĂŒhrung einer Natriumchlorid-Feststoffbatterie, die ohne den Einsatz von Lithium, Kobalt oder Kupfer ausgekommen wĂ€re. Diese UnabhĂ€ngigkeit von kritischen Rohstoffen galt als wesentliches Alleinstellungsmerkmal der geplanten Batterien. Trotz der wissenschaftlichen Fundierung durch das Fraunhofer IKTS reichten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen offenbar nicht aus, um die fĂŒr den Fabrikbau notwendigen privaten Investitionsmittel zu sichern. Das Unternehmen muss sich nun neu orientieren, nachdem die Vision einer eigenen Batteriefertigung in Deutschland vorerst gescheitert ist.
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