Altech: 46-Millionen-Förderung verfällt ungenutzt
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 21:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Pläne für eine großangelegte Batteriefabrik im Industriepark Schwarze Pumpe sind endgültig gescheitert. Wie Altech Advanced Materials bekannt gab, wird das ambitionierte Vorhaben zur Produktion von Festkörperbatterien in der Lausitz nicht weiterverfolgt. Die Suche nach einem strategischen Partner oder einem finanzstarken Investor verlief über einen Zeitraum von neun Monaten ohne Erfolg, was das Unternehmen nun zum Abbruch des Projekts zwingt.
Erfolgslose Investorensuche führt zur Abwicklung
Die Entscheidung markiert das Ende für die Projektgesellschaft Altech Batteries GmbH (ABG), die nun abgewickelt wird. Im Zentrum der Bemühungen stand die Errichtung einer Fabrik für Natrium-Aluminiumoxid-Festkörperbatterien, die unter dem Markennamen Cerenergy vermarktet werden sollten. Trotz intensiver Verhandlungen konnte das notwendige Kapital für den Bau der Produktionsstätte nicht gesichert werden.
In der Folge wird das bereits gesicherte Grundstück im Industriepark an die Gemeinde Spreetal zurückverkauft. Medienberichten zufolge beläuft sich der Rückkaufpreis für das Areal auf 675.000 Euro. Damit verliert die Region ein Projekt, das in der Spitze bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze hätte schaffen sollen. Für den Industriestandort ist dies bereits die zweite Hiobsbotschaft innerhalb kurzer Zeit, nachdem bereits im Jahr 2024 der Batteriehersteller Svolt seine Ansiedlungspläne im nahegelegenen Lauchhammer aufgegeben hatte.
Technologische Basis ohne Marktreife im industriellen Maßstab
Das Projekt basierte maßgeblich auf einer Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS), das mit einem Anteil von 25 Prozent an dem Joint Venture beteiligt war. Die technologische Besonderheit der Cerenergy-Batterien lag im Verzicht auf kritische Rohstoffe wie Lithium oder Kobalt. Stattdessen setzten die Partner auf Kochsalz und Nickel, was die Batterien besonders langlebig und feuerfest machen sollte. Die prognostizierte Lebensdauer der Speicher wurde mit mehr als 15 Jahren angegeben.
Obwohl noch im Jahr 2024 ein Prototyp des Typs ABS 60 erfolgreich getestet wurde, reichte dieser technologische Fortschritt nicht aus, um die notwendigen privaten Investitionen zu mobilisieren. Auch eine staatliche Förderzusage in Höhe von 46 Millionen Euro konnte das Blatt nicht wenden. Da die Auszahlung dieser Bundesmittel an die Sicherstellung der Gesamtfinanzierung gekoppelt war, verfällt dieser Förderrahmen nun ungenutzt. Während die Projektgesellschaft aufgelöst wird, verbleiben die Patente an der zugrundeliegenden Technologie beim Fraunhofer-Institut.
Erheblicher Rückschlag für die Lausitzer Wirtschaftsstruktur
Für die Lausitz bedeutet das Aus von Altech einen herben Rückschlag im laufenden Strukturwandel. Das Vorhaben galt als Leuchtturmprojekt für die Etablierung einer nachhaltigen Speicherindustrie in der ehemaligen Braunkohleregion. Branchenbeobachter ziehen Parallelen zur angespannten Lage am europäischen Batteriemarkt, die zuletzt auch durch die finanzielle Schieflage anderer Akteure wie Northvolt geprägt war.
Die Gemeinde Spreetal und die regionalen Planungsverbände stehen nun vor der Herausforderung, die freiwerdenden Flächen im Industriepark Schwarze Pumpe neu zu vergeben. Während die technologische Entwicklung der lithiumfreien Speicher am Fraunhofer IKTS fortgeführt werden könnte, ist eine industrielle Umsetzung am Standort Sachsen vorerst vom Tisch. Altech Advanced Materials zieht sich mit diesem Schritt vollständig aus der operativen Umsetzung in der Lausitz zurück.
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