Altech: 5,5 Millionen Euro Jahresverlust erwartet
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deAltech Advanced Materials beendet seine industriellen Ambitionen in Deutschland. Die Projekte im Industriepark Schwarze Pumpe sind endgĂŒltig gescheitert. Jetzt leitet das Management die Liquidation der operativen Tochtergesellschaften ein.
RĂŒckzug aus der Lausitz
Das Unternehmen wickelt die Projektgesellschaften fĂŒr Silumina Anodes und Cerenergy vollstĂ€ndig ab. Damit endet die industrielle PrĂ€senz in Sachsen. Das rund 14 Hektar groĂe WerksgelĂ€nde fĂ€llt an die Gemeinde Spreetal zurĂŒck.
Dieser Verkauf bringt einen Bruttoerlös von etwa 675.000 Euro ein. Die technologischen Rechte an der Cerenergy-Batterie verbleiben vertragsgemÀà bei der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Sachwerte werden nun sukzessive verwertet.
Millionenverlust in der Bilanz
Das Scheitern der Strategie hinterlĂ€sst tiefe Spuren in der Bilanz. FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr rechnet der Vorstand mit einem Fehlbetrag zwischen 5,0 und 5,5 Millionen Euro. Grund dafĂŒr sind vor allem Abschreibungen auf die Beteiligung an der australischen Muttergesellschaft.
Immerhin schont die rein buchhalterische Abwertung vorerst die LiquiditĂ€t. Zum Ende des ersten Halbjahres verfĂŒgte die Gesellschaft ĂŒber liquide Mittel von rund 405.000 Euro. Die laufenden Kosten der verbleibenden Rumpfgesellschaft sind damit fĂŒr mindestens zwölf Monate gedeckt.
Fördergelder verfallen
Ein herber Schlag ist der endgĂŒltige Wegfall staatlicher UnterstĂŒtzung. Die bereits in Aussicht gestellte Förderung von 46,7 Millionen Euro ist nicht mehr wirksam. Diese Mittel waren an eine Gesamtfinanzierung gekoppelt, die Altech nicht realisieren konnte.
Neun Monate lang suchte das Management vergeblich nach einem globalen Industriepartner. Ohne diese UnterstĂŒtzung fehlte das nötige Kapital fĂŒr die Pilotanlagen. Weitere Forschungsausgaben lieĂen sich wirtschaftlich nicht mehr rechtfertigen.
Im September folgt die offizielle Abrechnung vor den AktionĂ€ren. Bei der auĂerordentlichen Hauptversammlung muss der Vorstand den Verlust von mehr als der HĂ€lfte des Grundkapitals anzeigen. Die Anteilseigner entscheiden dann ĂŒber die Verwendung der restlichen Mittel und die kĂŒnftige Ausrichtung der Gesellschaft. Das Management wird dort die Details zur endgĂŒltigen Abwicklungsstrategie vorlegen.
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