AMD Aktie: Quartalszahlen am 4. August als Wendepunkt
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 06:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AMD-Aktionäre erleben gerade eine Achterbahnfahrt. Erst ein Absturz um mehr als 20 Prozent binnen fünf Handelstagen, dann eine kräftige Erholung bei Chipwerten. Jetzt wartet der nächste Prüfstein: die Quartalszahlen am 4. August.
Der Kurs schloss am Freitag bei 413,10 Euro, ein Minus von 1,89 Prozent zum Vortag. Über die vergangene Woche steht ein Rückgang von 10,06 Prozent zu Buche. Der Auslöser: eine breite Verkaufswelle bei Speicherchip-Werten, ausgelöst durch einen scharfen Kursrutsch bei SK Hynix. Micron Technology verlor zeitweise mehr als 5 Prozent im vorbörslichen Handel, AMD selbst rutschte um fast 8 Prozent ab.
Schnelle Kehrtwende bei Chip-Werten
Die Erholung kam prompt. Bereits am Donnerstag drehten Micron, SanDisk, Nvidia und AMD gemeinsam ins Plus, angeführt von einer Rally bei Speicherchip-Titeln. Diese Schwankungsbreite zeigt, wie nervös der Markt auf jedes Signal rund um die Nachhaltigkeit des KI-Booms reagiert.
Wall Street bleibt trotz der Turbulenzen zuversichtlich. Susquehanna hob das Kursziel für AMD von 450 auf 500 US-Dollar an und bestätigte die positive Einstufung. Die Bank reiht sich damit in eine Serie optimistischer Stimmen ein, die seit dem Sommer auf das Wachstum im Data-Center- und KI-Beschleuniger-Geschäft setzen.
Auch die Partnerschaften des Unternehmens sorgen für Gesprächsstoff. Bernstein verwies in einer Notiz auf den Deal mit Core Scientific: Die vereinbarte Kapazität von 530 Megawatt könnte AMD über 15 Jahre rund 14 Milliarden US-Dollar einbringen.
Die Erwartungen sind hoch gesteckt
Am Dienstag nach Börsenschluss öffnet AMD die Bücher für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026. Das Management hatte einen Umsatz von rund 11,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt, mit einer Schwankungsbreite von 300 Millionen US-Dollar nach oben oder unten. Das entspräche einem Wachstum von etwa 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Bruttomarge soll auf non-GAAP-Basis auf etwa 56 Prozent steigen. Das erste Quartal hatte bereits geliefert: Der Umsatz kletterte um 38 Prozent auf 10,25 Milliarden US-Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Die Kursrally von damals hat sich seither allerdings teilweise wieder aufgelöst, weil Anleger die Bewertungen der gesamten KI-Infrastruktur kritischer hinterfragen.
Ausblick
Der Kurs notiert derzeit rund 19 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 511,70 Euro, erreicht Ende Juni. Das zeigt: Der jüngste Rücksetzer hat spürbare Bewertungsluft aus der Aktie genommen, ohne die langfristige Story infrage zu stellen.
Die kommende Woche dürfte die Richtung vorgeben. Ein Zahlenwerk, das die eigene Prognose übertrifft und anhaltend starke Nachfrage aus Rechenzentren zeigt, könnte den Kurs zurück in Richtung der alten Hochs tragen. Bleiben die Wachstumssignale dagegen schwach oder gerät die Marge unter Druck, dürfte sich die Korrektur der vergangenen Wochen fortsetzen.
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