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Ams Osram Aktie: 1,6 Milliarden Design Wins für microLED

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 09:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ams Osram steigert Umsatz und Marge im zweiten Quartal, treibt Portfolio-Umbau voran und meldet Design-Wins von über 1,6 Milliarden Euro für AR-Smart-Brillen.

Ams Osram: Quartalszahlen bestätigen Aufwärtstrend, milliardenschwere Design-Wins im Photonics-Geschäft
Nahaufnahme einer hochmodernen Mikro-LED-Halbleiterfertigung mit präzisen Lichtstrukturen in einem Technologielabor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ams Osram hat am 4. August Quartalszahlen vorgelegt, die den seit Monaten anhaltenden Aufwärtstrend der Aktie bestätigen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 auf 805 Millionen Euro, ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 16,9 Prozent und damit am oberen Ende der eigenen Prognose. Am gestrigen Montag legte die Aktie um 2,0 Prozent zu und schloss bei 20,70 Euro.

Motor des Wachstums bleibt das Halbleitergeschäft. Es erreichte auf vergleichbarer Basis ein Plus von 13 Prozent und trug mit 621 Millionen Euro zum Konzernumsatz bei, nach 583 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Besonders im Fokus steht der neu geschaffene Digital-Photonics-Bereich: Ams Osram meldete einen Meilenstein bei microLED-Array-basierten Light Engines für AR-Smart-Brillen und sicherte im Quartal Design Wins von mehr als 1,6 Milliarden Euro.

Konzernumbau schreitet voran

Parallel zur operativen Entwicklung treibt das Unternehmen seinen Portfolioumbau weiter voran. Zum 1. Juli schloss Ams Osram den Verkauf seines Non-Optical-Sensor-Geschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro in bar ab.

Bereits im Mai hatte der US-Anbieter indie Semiconductor eine definitive Vereinbarung zum Erwerb des CMOS-Bildsensor-Geschäfts von Ams Osram für 40 Millionen Euro unterzeichnet, davon 35 Millionen Euro in bar und 5 Millionen Euro als Vendor Note. Der Abschluss dieser Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Aus dem Infineon-Erlös finanziert Ams Osram nun eine Tender-Offer über 120 bis 150 Millionen Euro. Damit will der Konzern anteilig Wandelanleihen mit Fälligkeit 2027 sowie Senior Notes mit Fälligkeit 2029 zurückkaufen, das Angebot soll innerhalb von 120 Tagen nach dem Closing des Infineon-Deals starten. Die Maßnahme dient der Entschuldung und dürfte die Finanzierungskosten spürbar senken.

Ausblick bleibt vorsichtig optimistisch

Für das dritte Quartal 2026 rechnet Ams Osram mit einem Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 16,0 Prozent, mit einer Schwankungsbreite von 1,5 Prozentpunkten.

Zu beachten ist dabei die Dekonsolidierung des an Infineon verkauften Geschäfts, die isoliert betrachtet rund 40 Millionen Euro Umsatz und 20 Millionen Euro bereinigtes EBITDA beigetragen hätte.

Bereits im Mai hatte das Analysehaus Jefferies die Aktie hochgestuft und ihr angesichts der Fortschritte im Photonics-Geschäft ein Milliardenpotenzial mit Blick auf Smartbrillen und KI-Rechenzentren zugetraut – eine Einschätzung, die sich seither in der Kursentwicklung widerspiegelt.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 146 Prozent zugelegt, bleibt aber mit 20,70 Euro noch 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 26,70 Euro. Anleger dürften nun auf die Umsetzung der Tender-Offer sowie den Abschluss des indie-Deals im laufenden Quartal blicken, um zu sehen, ob der Konzern seinen Umbau planmäßig zu Ende bringt.

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