Anheuser-Busch InBev Aktie: Wachstum ohne Alkohol
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 17:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ausgerechnet die alkoholfreie Sparte wird für den größten Bierkonzern der Welt zum Wachstumstreiber. Zum Internationalen Tag des Bieres am 7. August hat AB InBev eine globale Kampagne namens "Cheers to Beer" gestartet — und liefert dabei gleich Zahlen mit, die einen Blick auf die Geschäftsentwicklung wert sind.
Q2-Zahlen zeigen Verschiebung im Portfolio
Im zweiten Quartal 2026 legte der Umsatz um 5,6 Prozent zu, das Biervolumen wuchs um 1,1 Prozent. Deutlich dynamischer entwickelten sich die Randbereiche: Alkoholfreies Bier verzeichnete ein Plus von 27 Prozent, das Segment "Beyond Beer" wuchs um 44 Prozent. Die sogenannte "Balanced Choices"-Sparte, in der sich kalorienreduzierte und alkoholfreie Optionen sammeln, legte um 13 Prozent zu.
Diese Verschiebung passt zu einer parallel veröffentlichten Studie von Ipsos und IWSR, laut der 73 Prozent der Alkoholkonsumenten im legalen Alter weiterhin zu Bier greifen. Auf alkoholfreies Bier entfallen demnach rund 93 Prozent des gesamten alkoholfreien Getränkevolumens — mehr als das Dreißigfache jeder anderen Kategorie. Für einen Konzern, der traditionell am klassischen Biergeschäft hängt, ist das ein Hinweis darauf, wo künftiges Wachstum eher zu finden sein dürfte als im gesättigten Kerngeschäft.
Markenpflege in den USA
Neben der globalen Kampagne pflegt die US-Tochter Anheuser-Busch auch ihr Image jenseits der Absatzzahlen. Zum 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 baut das Unternehmen seine Partnerschaft mit der Tunnel to Towers Foundation aus, die Wohnraum für Angehörige von Militär, Veteranen und Einsatzkräften finanziert. Im Rahmen dessen wird die Werbung "Respect" aus dem Jahr 2002 mit den Budweiser-Clydesdales im September erneut ausgestrahlt — erst zum vierten Mal seit ihrer Erstausstrahlung.
Solche Aktionen wirken primär auf Markenbindung und Reputation in den USA, weniger direkt auf die Bilanz. Interessanter für Anleger bleibt die strukturelle Entwicklung: Mit Wachstumsraten von über 25 Prozent bei alkoholfreien Produkten und fast 45 Prozent bei "Beyond Beer" verschiebt sich das Umsatzgewicht spürbar in Richtung margenstärkerer, konsumtrendkonformer Segmente — ein Muster, das sich in den kommenden Quartalsberichten weiter beobachten lässt.
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