Applied Materials Aktie: China-Anteil fÀllt auf 28 Prozent
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 14:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Applied Materials hat fĂŒr das dritte Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2026 GeschĂ€ftszahlen vorgelegt, die zwar die Erwartungen ĂŒbertrafen, aber dennoch fĂŒr Kursabgaben sorgten.
Trotz eines neuen Umsatzrekords und eines starken Wachstums im Speicherchip-Segment reagierten Investoren empfindlich auf die Verschiebung der regionalen Umsatzanteile und eine stagnierende ProfitabilitÀt. Insbesondere die nachlassende Dynamik auf dem chinesischen Markt belastete die Stimmung am Markt.
Starke Nachfrage im DRAM-Segment
Das Unternehmen verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatz von 9,12 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 24,8 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das Kernsegment der Halbleitersysteme steuerte dazu 7,04 Milliarden US-Dollar bei, ein Plus von 27 Prozent.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber war das GeschĂ€ft mit AusrĂŒstung fĂŒr die Produktion von DRAM-Speichern, das um 52 Prozent zulegte und mittlerweile 26 Prozent der SystemumsĂ€tze ausmacht.
Beim Gewinn je Aktie (EPS) lieferte Applied Materials mit 3,50 US-Dollar ein Ergebnis ab, das ĂŒber dem Marktkonsens von 3,40 US-Dollar lag. Diese operative StĂ€rke spiegelt sich auch in der langfristigen Kursentwicklung wider: Trotz der jĂŒngsten VolatilitĂ€t liegt die Aktie seit Jahresbeginn mit 97 Prozent im Plus.
Dennoch notiert der Wert mit 442,65 Euro aktuell etwa -10 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, was die kurzfristige Korrekturphase verdeutlicht.
China-Anteil und Margendruck belasten Kurs
Trotz der Rekordzahlen verlor das Papier am gestrigen Dienstag im US-Handel deutlich an Boden. Marktbeobachter machten hierfĂŒr vor allem den sinkenden Umsatzanteil in China verantwortlich. Dieser fiel binnen kurzer Zeit von 35 Prozent auf nun 28 Prozent.
In Kombination mit einer weitgehend flach verlaufenden Bruttomarge nÀhrte dies Sorgen, dass die hohen Wachstumsraten der Vergangenheit ohne den starken chinesischen Markt schwerer zu halten sein könnten.
ZusĂ€tzlich gerieten Insider-Transaktionen in den Fokus der Anleger. Medienberichten zufolge haben FĂŒhrungskrĂ€fte des Unternehmens im letzten Quartal insgesamt 278.088 Aktien im Wert von rund 169,7 Millionen US-Dollar verĂ€uĂert.
Davon entfielen allein auf CEO Gary Dickerson VerkĂ€ufe im Umfang von 161.321 Anteilscheinen. Solche Signale aus der FĂŒhrungsetage werden am Markt oft als Indikator fĂŒr eine möglicherweise erreichte Bewertungsobergrenze gewertet.
Analysten senken Kursziele nach Ausblick
FĂŒr das vierte Quartal des laufenden GeschĂ€ftsjahres gab das Management eine Prognose fĂŒr den Gewinn je Aktie in einer Spanne von 3,82 bis 4,22 US-Dollar ab. Obwohl dieser Ausblick grundsĂ€tzlich positiv ausfiel, reagierten erste AnalysehĂ€user mit Anpassungen ihrer Modelle. Die Analysten von Morgan Stanley senkten ihr Kursziel fĂŒr die Aktie leicht auf 642 US-Dollar ab.
Als Grund fĂŒr die vorsichtigere Haltung wurden unter anderem das Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis (Forward-KGV) von ĂŒber 30 sowie die allgemeinen Risiken im Tech-Sektor genannt.
Dennoch bleibt die fundamentale EinschĂ€tzung vieler Experten mit einem "Moderate Buy" konstruktiv. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit bei 643,50 US-Dollar, was deutlich ĂŒber dem aktuellen Kursniveau von 442,65 Euro liegt und mittelfristig weiteres AufwĂ€rtspotenzial suggeriert, sofern die ProfitabilitĂ€t stabilisiert werden kann.
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