Applied Materials Aktie: China kostet bis 710 Millionen Dollar
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 19:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am Donnerstag, dem 13. August, wird Applied Materials seine Finanzergebnisse für das dritte Geschäftsquartal 2026 nach Börsenschluss vorlegen. Der Termin rückt in den Fokus der Anleger, während der Konzern in einem Spannungsfeld aus einer massiven Investitionswelle durch Künstliche Intelligenz (KI) und regulatorischen Hürden im China-Geschäft agiert. Aktuell notiert die Aktie bei 469,50 €, was einem Rückgang von 1,23 % gegenüber dem Vortag entspricht.
Massive Investitionen der Chipgiganten stützen die Nachfrage
Die Branchendynamik bietet derzeit starken Rückenwind für den Ausrüster von Halbleiterfabriken. Medienberichten zufolge prognostiziert Samsung einen weltweiten Engpass bei Speicherchips, der bis in das Jahr 2028 anhalten könnte. Dieser Umstand zwingt die Hersteller zu einem beschleunigten Kapazitätsausbau, was die Nachfrage nach den Fertigungsanlagen von Applied Materials direkt antreibt.
Parallel dazu hat Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) seine Investitionsprognose für das Jahr 2026 auf eine Spanne von 60 bis 64 Milliarden US-Dollar angehoben. Auch Intel erhöhte seine geplanten Investitionsausgaben für denselben Zeitraum auf 20 Milliarden US-Dollar. Diese Kapitalzusagen der weltweit größten Chip-Produzenten signalisieren eine steigende Auftragsflut für die Fabrikationswerkzeuge des Konzerns. Das Management von Applied Materials hält an seiner Prognose fest, wonach das Segment für Halbleitersysteme im Geschäftsjahr 2026 um über 30 % wachsen soll. Besonders Anlagen für das sogenannte Advanced Packaging könnten sogar Zuwächse von mehr als 50 % verzeichnen.
Exportbeschränkungen belasten das Geschäft in China
Trotz der positiven Signale aus dem KI-Sektor steht das Unternehmen vor Herausforderungen im asiatischen Raum. Neue Exportbeschränkungen der USA belasten die Umsatzentwicklung. Applied Materials teilte mit, dass diese Restriktionen den Umsatz im Geschäftsjahr 2026 voraussichtlich um 600 Millionen bis 710 Millionen US-Dollar reduzieren werden. In der Folge dürfte der Anteil Chinas am Gesamtumsatz von ursprünglich 40 % im Jahr 2023 auf etwa 25 % sinken.
Für das anstehende dritte Quartal peilt die Unternehmensführung einen Umsatz von etwa 8,95 Milliarden US-Dollar an, wobei die Spanne bei 500 Millionen US-Dollar liegt. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) erwartet das Management einen Wert von 3,36 US-Dollar. Im vorangegangenen zweiten Quartal hatte der Konzern bereits einen Rekordumsatz von 7,91 Milliarden US-Dollar erzielt, was einem Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach.
Analysten bewerten Kurspotenzial und Risiken neu
Am Montag äußerten sich zwei Analysehäuser mit unterschiedlichen Einschätzungen zur aktuellen Lage. Die Experten von Morningstar hoben den fairen Wert für die Aktie von 470,00 auf 520,00 US-Dollar an. Sie begründen diesen Schritt mit dem erwarteten Aufwärtspotenzial der Juli-Zahlen und einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von 20 % bis 2028, getrieben durch die anhaltenden KI-Investitionen.
Im Gegensatz dazu stufte Agar Capital das Papier am selben Tag von „Strong Buy“ auf „Hold“ herab. Die Analysten verwiesen auf gestiegene Bewertungsrisiken und ein sich eintrübendes Sektornarrativ, auch wenn sie die fundamentalen Daten des Unternehmens weiterhin als stark einschätzen. Nach einem Rekordhoch Ende Juni hat sich das Papier zuletzt etwas von seinen Spitzenwerten entfernt. Mit dem aktuellen Kurs von 469,50 € liegt der Wert 27,52 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 647,80 €.
Neben der operativen Entwicklung bleibt die Kapitalrückgabe an die Aktionäre ein Thema. Das Board of Directors erklärte am 23. Juli eine Quartalsdividende von 0,53 US-Dollar pro Aktie. Diese soll am 10. September an alle Aktionäre ausgezahlt werden, die zum Stichtag am 20. August als Anteilseigner registriert sind. Institutionelle Investoren wie BlackRock und Vanguard halten weiterhin bedeutende Positionen am Unternehmen, wie aus jüngsten Veröffentlichungen hervorgeht.
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