Applied Materials Aktie: Goldman Sachs wird optimistischer
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 13:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einer zweimonatigen Korrektur im Halbleitersektor hellt sich die Stimmung an der Wall Street wieder auf. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre zuvor taktisch vorsichtige Haltung aufgegeben und blickt konstruktiver auf das anstehende dritte Quartal der Chipbranche. Im Fokus steht dabei insbesondere der Ausrüster Applied Materials.
Hintergrund des Optimismus ist die Auslastung der Halbleiterfertiger. Laut Goldman Sachs reicht die Auftragssichtbarkeit bei Equipment für die Wafer-Fabrikation (WFE) mittlerweile bis in das Jahr 2028 hinein. Die anstehende Berichtssaison könnte daher der Auslöser für steigende Gewinnschätzungen und Eindeckungen von Leerverkäufen im gesamten Sektor sein.
Ausbau der weltweiten Produktionskapazitäten
Die langfristige Visibilität deckt sich mit den Aussagen des Managements zur operativen Lage. Konzernchef Gary Dickerson hatte bereits betont, dass das Unternehmen Nachfrageanstiege bei einem Vorlauf von acht Quartalen zuverlässig bedienen könne. Um den Kapazitätsbedarf der Chiphersteller zu decken, investierte der Konzern unter anderem 500 Millionen US-Dollar in eine Anlage in Singapur.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine technologische Infrastruktur im Heimatmarkt voran. Im Silicon Valley soll noch im laufenden Jahr das fünf Milliarden US-Dollar teure EPIC-Center den Betrieb aufnehmen. Zudem arbeitet der Konzern mit Speicherherstellern wie Micron und SK Hynix zusammen, um Technologien für künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen zu entwickeln.
Solide Geschäftszahlen und Insiderverkäufe
Im jüngsten Quartalsbericht übertraf Applied Materials die Erwartungen des Marktes mit einem Gewinn von 3,50 US-Dollar je Aktie und einem Umsatz von 9,12 Milliarden US-Dollar. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 stellte das Management einen bereinigten Gewinn zwischen 3,82 und 4,22 US-Dollar je Aktie in Aussicht.
Vor gut drei Wochen gab der Konzern zudem bekannt, über das nächste Jahrzehnt fünf Milliarden US-Dollar in Indien zu investieren.
Zuletzt wurden zudem Transaktionen aus der Führungsebene bekannt. Corporate Controller und CAO Adam Sanders sowie Deane Timothy M trennten sich Anfang Oktober von Anteilen, wobei Sanders Erlöse aus der Umwandlung von aktienbasierten Vergütungen zur Begleichung von Steuerpflichten nutzte.
Anleger zeigten sich davon unbeeindruckt: Die Aktie notiert heute bei 486,45 Euro, was einem Tagesgewinn von 0,7 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit ein Plus von 117 Prozent.
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