Arcadis, Aktie

Arcadis Aktie: Jefferies senkt Kursziel, hält Kaufempfehlung

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 11:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Jefferies reduziert sein Kursziel auf 50 Euro; Arcadis plant Stellenabbau und eine stärkere Konzentration auf Kernsegmente.

Geometrisches Poster mit Brücke, Gebäuden und Schriftzug ENGINEERING
Bauhaus-Poster mit geometrischen Formen und Schriftzug ENGINEERING repräsentiert Branche von Arcadis N.V. (NL0006237562) Illustration mit AI erstellt.

Das niederländische Planungs- und Beratungsunternehmen Arcadis treibt seinen Konzernumbau voran und behält an den Finanzmärkten trotz vorsichtigerer Kursziele Fürsprecher. Am vergangenen Freitag passte das Analysehaus Jefferies seine Bewertung für die Aktie an. Analyst David Kerstens senkte das Kursziel von 55,00 Euro auf 50,00 Euro, bekräftigte jedoch seine Kaufempfehlung für die Anteilsscheine.

Kerstens begründete die Anpassung des Kursziels mit einem verringerten Bewertungsabschlag, nachdem sich das Papier im Branchenvergleich zuvor überdurchschnittlich entwickelt hatte. Für das dritte Quartal rechnet der Experte zugleich mit einem beschleunigten Wachstum beim bereinigten operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Amortisationen (EBITA).

Ein konkreter Einblick in den Geschäftsverlauf steht zeitnah bevor: Für den 29. Oktober hat der Konzern die Veröffentlichung seiner Zwischenmitteilung zum dritten Quartal 2026 angekündigt.

Stellenabbau und Schärfung des Portfolios

Die Neubewertung folgt auf weitreichende strategische Entscheidungen der Unternehmensführung. Ende September stellte Arcadis seine Strategie namens „Reset“ für den Zeitraum von 2027 bis 2029 vor. Der Plan sieht vor, im Jahr 2027 rund 1.000 Stellen im administrativen Bereich abzubauen.

Zudem beabsichtigt die Gesellschaft, sich von einem Großteil ihrer Aktivitäten im Architekturbereich zu trennen. Die künftigen Investitionen sollen vor allem in die als Kern- und Wachstumsbereiche definierten Segmente fließen.

Der geplante Umbau beschäftigt inzwischen auch die Arbeitnehmervertretungen. Nach Angaben der niederländischen Gewerkschaft De Unie trafen sich Unternehmensleitung und Gewerkschaftsvertreter am 29. September zu Gesprächen über das Reorganisationsprogramm.

Die Gewerkschaft teilte mit, dass die konkreten Auswirkungen und die Umsetzung des Programms noch nicht vollständig feststünden. Die Verhandlungen über den Tarifvertrag sollen Medienberichten zufolge im Dezember aufgenommen werden.

Neue Projekte und Marktentwicklung

Parallel zur Neuausrichtung des Bestandsgeschäfts ergeben sich für Arcadis Perspektiven bei Großprojekten im Ausland. Anfang Oktober stimmte die Wasserinfrastrukturbehörde des US-Bundesstaates Arizona der Prüfung eines geplanten Meerwasserentsalzungsprojekts in Baja California zu.

Laut Angaben des beteiligten spanischen Baukonzerns Sacyr soll Arcadis bei diesem Vorhaben die federführende Rolle im Ingenieurbereich übernehmen, während Sacyr für Bau, Betrieb und Instandhaltung vorgesehen ist.

An der Börse notiert die Arcadis-Aktie aktuell bei 40,78 Euro. Seit dem Jahresanfang verzeichnet der Titel ein Plus von 14 Prozent, bleibt damit jedoch rund 20 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 51,10 Euro zurück. Anleger richten ihr Augenmerk nun auf den anstehenden Bericht zum dritten Quartal, der zeigen muss, ob sich die operative Beschleunigung trotz des eingeleiteten Konzernumbaus bereits in den Zahlen niederschlägt.

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