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Associated British Foods Aktie: Primark eröffnet 500. Filiale

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 05:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Primark wächst auf 500 Geschäfte und soll bis Ende 2027 eigenständig an die Börse kommen. Analysten bleiben wegen des Preisdrucks vorsichtig.

Lebensmittelfabrik mit Getreidefeldern, Symbolbild Associated British Foods plc GB0006731235
Associated British Foods plc GB0006731235 zeigt fotorealistisch eine moderne Lebensmittelfabrik mit Verpackungslinie und Getreidefeldern Illustration mit AI erstellt.

Der britische Mischkonzern Associated British Foods (ABF) treibt die globale Expansion seiner Textiltochter Primark massiv voran und hat in dieser Woche eine symbolträchtige Marke erreicht.

Mit der Eröffnung eines neuen Standorts im italienischen Neapel am Dienstag betreibt der Konzern nun weltweit 500 Filialen. Während die physische Präsenz in Europa und den USA wächst, bereitet die Konzernführung hinter den Kulissen die tiefgreifende Aufspaltung der Gruppe vor, um den Einzelhandelszweig vom Lebensmittelgeschäft zu trennen.

Expansion im Fokus der Wachstumsstrategie

Die Eröffnung in Italien markiert einen zentralen Punkt in der Strategie von CEO Eoin Tonge, der verstärkt auf großflächige, physische Läden statt auf reinen E-Commerce setzt. Für den neuen Standort in Neapel investierte das Unternehmen rund 8 Millionen Euro. Damit ist Primark nun in 19 Ländern vertreten und beschäftigt etwa 80.000 Mitarbeiter auf einer Gesamtverkaufsfläche von 20 Millionen Quadratfuß.

Parallel dazu weitet das Unternehmen seine Aktivitäten auf dem US-Markt aus. In der kommenden Woche stehen zwei weitere Eröffnungen im Bundesstaat Georgia an: am 8. September in Lawrenceville und zwei Tage später in der Augusta Mall.

Mit diesen Schritten wird die Zahl der US-Standorte auf 48 steigen. In den Vereinigten Staaten verzeichnete die Kette zuletzt ein Umsatzplus von 16 Prozent, was die Bedeutung Nordamerikas für die künftige Umsatzentwicklung unterstreicht.

Aufspaltung und operative Neuausrichtung

Die Konzernstruktur von Associated British Foods steht vor einem historischen Wandel. Die Unternehmensführung bestätigte Pläne für einen sogenannten Dividenden-Demerger, bei dem Primark bis Ende 2027 als eigenständiges Unternehmen an die Londoner Börse gebracht werden soll.

Der verbleibende Lebensmittelarm wird unter dem Namen Associated British Foods weitergeführt. Diese Trennung soll es beiden Einheiten ermöglichen, ihre spezifischen Marktchancen gezielter zu nutzen und Investoren eine klarere Differenzierung zwischen Einzelhandel und Agrarsektor zu bieten.

Auch im operativen Lebensmittelgeschäft gab es gestern wichtige Neuigkeiten: Die britische Wettbewerbsbehörde CMA erteilte die Genehmigung für die Fusion der Bäckereikette Allied Bakeries mit dem Wettbewerber Hovis in Nordirland.

Allied Bakeries, eine Tochter von ABF, schrieb in der Region zuletzt Verluste. Laut der Behörde war der Zusammenschluss notwendig, um eine Schließung des Standorts Belfast abzuwenden, da kein alternativer Käufer gefunden werden konnte.

Analysten sehen Herausforderungen im Marktumfeld

Trotz der Expansionserfolge äußern sich Analysten vorsichtig zur kurzfristigen Margenentwicklung. Die Experten von RBC stuften die Aktie auf "Underperform" ein und nannten ein Kursziel von 1.800 Pence.

Als Grund wurde der intensive Preiskampf im britischen Einzelhandel angeführt, da Primark versuche, Wettbewerber wie Shein durch Preissenkungen von teils bis zu 29 Prozent zu unterbieten. Auch JPMorgan senkte das Kursziel auf 1.700 Pence und behielt das Urteil "Neutral" bei.

An der Börse spiegeln die Daten die aktuelle Zurückhaltung der Anleger wider. Der Schlusskurs lag gestern bei 23,80 Euro. Damit notiert das Papier rund 11 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 26,80 Euro. Mit einem aktuellen Niveau knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 23,93 Euro zeigt sich die Aktie in einer stabilisierenden, aber noch richtungslosen Phase, während der Markt die langfristigen Auswirkungen der geplanten Aufspaltung abwägt.

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