Astera, Labs

Astera Labs Aktie: BMO startet mit Outperform

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Astera meldet für das dritte Quartal 2026 ein Umsatzplus von 154 Prozent; BMO und Morgan Stanley setzen auf weiteres Wachstum.
Abstrakte Darstellung moderner Rechenzentrum-Infrastruktur mit Fokus auf Hochtechnologie und Konnektivität. Illustration mit AI erstellt.

BMO Capital Markets nimmt Astera Labs heute mit einer positiven Bewertung in die Beobachtung auf. Zugleich hebt Morgan Stanley das Kursziel an. Beide Häuser setzen auf den wachsenden Bedarf an Verbindungen für KI-Systeme. Der Optimismus erreicht den Markt allerdings nicht: Die Aktie verliert heute -7,3%. Damit stehen die positiven Analysteneinschätzungen im deutlichen Gegensatz zur Kursreaktion.

BMO setzt auf steigenden Produktwert

BMO startet die Bewertung mit „Outperform“ und einem Kursziel von 375 US-Dollar. Morgan Stanley bestätigt „Overweight“ und erhöht das Ziel auf 389 US-Dollar. Die beiden Einschätzungen richten den Blick auf die nächsten Wachstumsschritte nach dem kräftigen Quartalsanstieg.

BMO-Analyst Harsh Kumar bezeichnet Astera als wichtigen Anbieter für KI-Netzwerke. Die Produktlinien Aries, Taurus, Leo und Scorpio adressierten steigende Anforderungen an Bandbreite, Latenz und Verbindungsdistanz. Die Investmentthese geht damit über eine bloße Zunahme der verkauften Systeme hinaus: Auch der Wert der Astera-Komponenten pro Beschleuniger soll wachsen.

BMO zufolge liegt dieser bereits bei über 1.000 US-Dollar je GPU-/XPU-Beschleuniger. Neue Plattformen sollen den Betrag weiter erhöhen. Entscheidend ist aus dieser Perspektive nicht allein die Zahl zusätzlicher KI-Beschleuniger. Ebenso wichtig wird, wie viele Verbindungsfunktionen Astera innerhalb der Systeme übernimmt.

Scorpio liefert den Wachstumsbeleg

Die am Dienstag veröffentlichten Geschäftszahlen stützen die Nachfrageerwartungen. Im dritten Quartal 2026 erzielte Astera Labs einen Umsatz von 584,9 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 154 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Scorpio wurde zur größten Produktfamilie und ging in die Hochvolumenproduktion. Die Entwicklung verschiebt damit die Umsatzstruktur des Unternehmens. Nach dem von Barron’s geschilderten Quartalsbericht lieferte Astera Scorpio X neben einem Großkunden auch an einen zweiten Kunden aus.

Für die gesamte Scorpio-Familie überschritt die annualisierte Umsatzrate eine Milliarde US-Dollar. Diese Kennzahl beschreibt das hochgerechnete Geschäftstempo und ist nicht mit einem bereits erzielten Jahresumsatz gleichzusetzen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,32 US-Dollar und damit über dem Konsens von 1,19 US-Dollar.

Auch der Ausblick spricht für eine Fortsetzung des Wachstums. Astera erwartet im Schlussquartal einen Umsatz von 730 bis 750 Millionen US-Dollar. Die von Barron’s genannte Markterwartung lag bei 656,3 Millionen US-Dollar.

Die Prognoseüberraschung allein reicht bislang nicht aus, um den Verkaufsdruck zu brechen. Für Anleger bleibt deshalb die Unterscheidung wichtig: Das operative Wachstum ist durch die Quartalszahlen belegt. Wie viel davon einen höheren Aktienwert rechtfertigt, ist dagegen eine Bewertungsfrage.

Wachstumserwartungen treffen auf Margenrisiken

Morgan Stanley veranschlagt für 2027 einen Umsatz von 3,401 Milliarden US-Dollar. Das entspräche nach der Prognose des Hauses einem Wachstum von 67,5 Prozent. Die Analysten rechnen somit auch nach dem jüngsten Umsatzsprung mit einer kräftigen Expansion.

Dafür müssen neue Produkte und größere Systemlösungen zusätzliche Erlöse liefern. Die vor gut drei Wochen vorgestellte Orion-Referenzarchitektur gehört zu diesem Ausbau. Ihre geplante Markteinführung im kommenden Jahr ist ein weiterer Baustein der Wachstumserwartungen, aber noch kein realisierter Umsatzbeitrag.

Zugleich verdient die Profitabilität Aufmerksamkeit. Die bereinigte Bruttomarge betrug im jüngsten Quartal 72,4 Prozent. Für das Schlussquartal erwartet Astera rund 72 Prozent; das langfristige Managementziel liegt nahe 70 Prozent.

Damit lautet die zentrale Anlegerfrage nicht, ob Astera derzeit wächst. Die Zahlen beantworten das eindeutig. Entscheidend wird vielmehr, ob Scorpio und die kommenden Plattformen die hohen Wachstumserwartungen auch bei einer niedrigeren Bruttomarge erfüllen können.

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