Astrazeneca Aktie: Pipeline-Versprechen überzeugt
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 12:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deAstrazeneca hat im dritten Quartal mehr geliefert, als der Markt erwartet hatte. Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf die Analystenschätzungen, die Aktie legte in London zeitweise rund drei Prozent auf 134,36 Pfund zu. Auffällig ist dabei, wie ungleich die Geschäftsfelder zum Wachstum beitragen.
Onkologie als Zugpferd
Der Konzernumsatz stieg im Quartal um sieben Prozent auf rund 16,2 Milliarden Dollar. Der Überschuss legte um etwa ein Viertel auf 3,1 Milliarden Dollar zu. Das Geschäft mit Krebsmitteln wuchs um 17 Prozent und steuerte mit knapp 7,8 Milliarden Dollar fast die Hälfte der Erlöse bei.
Anders sieht es bei Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselmedikamenten aus. Hier sank der Umsatz um rund ein Fünftel auf 2,6 Milliarden Dollar. Der Konzern verweist auf den Patentablauf bei Farxiga und Brilinta sowie auf mengenbasierte Beschaffung in China. Wachstum in Onkologie, Atemwegs- und Immunerkrankungen sowie bei seltenen Krankheiten fängt diese Belastungen bislang auf.
Gewinn wächst schneller als der Umsatz
Auf Sicht von neun Monaten steigt der Umsatz währungsbereinigt um sieben Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie wächst mit 14 Prozent doppelt so schnell. Er liegt bei 8,00 Dollar.
Die Jahresprognose bestätigt der Vorstand unverändert. Der Umsatz soll währungsbereinigt im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen, der bereinigte Gewinn je Aktie im niedrigen zweistelligen Bereich. Wechselkurse dürften den Umsatz zusätzlich leicht stützen.
Forschung als zweites Standbein
Konzernchef Pascal Soriot rückt die Entwicklungspipeline in den Vordergrund. Seit Jahresbeginn meldete Astrazeneca zwölf positive Phase-III-Ergebnisse, deren Spitzenumsatzpotenzial er auf deutlich mehr als zehn Milliarden Dollar beziffert. Vier neue Medikamente erhielten erstmals eine Zulassung, insgesamt gab es 47 Genehmigungen in wichtigen Regionen.
Für 2027 stellt Soriot weitere Studiendaten mit einem Potenzial von mehr als 20 Milliarden Dollar in Aussicht. Das Ziel für 2030 sieht er auf Kurs. Ob die Pipeline die auslaufenden Patente tatsächlich ersetzt, zeigen vor allem diese Readouts im kommenden Jahr.
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