ATX: Banken treiben Index an
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 19:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Wiener Leitindex hat sich am Mittwoch von der Schwäche der Vortage etwas gelöst. Der ATX gewann 0,7 Prozent und schloss bei 6.703,90 Punkten. An den europäischen Leitbörsen gab es zur Wochenmitte kein einheitliches Bild, Wien lief damit dem Trend leicht voraus.
Getragen wurde das Plus vor allem von den Bankwerten. Raiffeisen Bank International legte um 4,1 Prozent zu, Erste Group folgte mit einem Anstieg von 3,6 Prozent. Beide Institute gehören zu den größten Indexgewichten in Wien — steigen sie deutlich, zieht das den gesamten ATX mit nach oben. Die Bawag-Aktie kam vergleichsweise verhalten mit einem Plus von 0,8 Prozent voran.
Quartalszahlen sorgen für Gegenwind
Nicht alle Schwergewichte konnten sich der positiven Bankenstimmung anschließen. Voestalpine und Lenzing hatten am Mittwoch Quartalszahlen vorgelegt — und wurden vom Markt unterschiedlich, aber insgesamt kritisch aufgenommen. Der Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine verzeichnete dank Sondereffekten einen Gewinnsprung und hob seinen Jahresausblick für den freien Barmittelzufluss an. Die Aktie verlor trotzdem 2,5 Prozent, nachdem die Ergebnisse laut Einschätzung der Erste Group zwar im Rahmen der Erwartungen lagen, aber offenbar keine positive Überraschung boten.
Deutlicher traf es Lenzing. Der Faserhersteller meldete für das erste Halbjahr weniger Umsatz bei gleichzeitig höherem Gewinn — nach anfänglichen Kursgewinnen im Frühhandel drehte die Aktie ins Minus und schloss 4,5 Prozent leichter. Auch Verbund und Andritz gehörten zu den schwächeren Werten des Tages.
Bei AT&S sorgten zwei gegensätzliche Analystenmeinungen für Gesprächsstoff. Deutsche Bank Research hob das Kursziel von 310 auf 320 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. Berenberg erhöhte sein Kursziel zwar deutlich von 35 auf 100 Euro, bleibt aber bei der Einstufung "Sell". Die Aktie folgte trotz der Anhebung dem skeptischeren Votum und gab 2,5 Prozent auf 142,80 Euro nach.
Im Hintergrund bewegten sich auch die Ölpreise, nachdem sie im Frühhandel zunächst nachgegeben hatten. Berichte über eine mögliche Übergangslösung zur Öffnung der Straße von Hormus zwischen den USA, dem Iran und dem Oman dürften zur Stabilisierung beigetragen haben. Für die Wiener Börse blieb dieser geopolitische Faktor am Mittwoch aber ein Nebenschauplatz — die eigentliche Bewegung kam von den Bankwerten und der gemischten Berichtssaison.
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