ATX, Mayr-Melnhof

ATX: Mayr-Melnhof kehrt zurück

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 20:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mayr-Melnhof rückt wieder in den ATX auf, während RBI im ATX five die voestalpine ablöst; EVN baut Schnellladen in Deutschland aus.

ATX vor Umbau: Mayr-Melnhof ersetzt SBO, RBI steigt auf
Blick auf das Wiener Börsengebäude mit Geschäftsleuten in einer professionellen Arbeitsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Wiener Leitindex bekommt ein neues Gesicht — genauer: ein altes. Nach der halbjährlichen Überprüfung durch das Indexkomitee der Wiener Börse steht fest: Mayr-Melnhof Karton kehrt nach einem Jahr Abwesenheit in den ATX zurück und ersetzt Schoeller-Bleckmann. Wirksam wird die Änderung zum 21. September.

Auch an der Spitze des Index tut sich etwas. Im ATX five, der die fünf schwersten Werte bündelt, löst Raiffeisen Bank International die voestalpine ab. Für die Zusammensetzung zählen zwei Kriterien: der durchschnittliche Handelsumsatz einer Aktie und die frei handelbare Streubesitz-Kapitalisierung.

Warum SBO weichen muss

Die Rochade kommt nicht überraschend. Schon vor der offiziellen Entscheidung hatten Analysten der Erste Group die SBO-Aktie auf ihrer "ATX watchlist" als Wackelkandidaten geführt.

Die Papiere des Ölfeld-Ausrüsters knickten zur Wochenmitte um 3,2 Prozent ein — ein Kursverlauf, der die Herausnahme aus dem Leitindex zusätzlich untermauerte. Mayr-Melnhof dagegen gilt als liquiditätsstark genug, um wieder mitspielen zu dürfen, auch wenn die Aktie selbst am gleichen Tag leicht nachgab.

Der Gesamtmarkt zeigte sich derweil erstaunlich reglos. Der ATX schloss knapp behauptet bei 6.755,61 Punkten, während die europäischen Leitbörsen überwiegend ins Minus rutschten. Belastungsfaktor bleibt der Ölpreis, der wegen der Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter befeuert wird und Inflationssorgen schürt.

Auf Unternehmensebene sorgte vor allem EVN für Bewegung: Der Energieversorger steigt über die Übernahme von BayWa Mobility Charging in den deutschen Markt für Schnellladeinfrastruktur ein.

Die übernommene Gesellschaft betreibt aktuell 30 Standorte mit 170 Ladepunkten, vor allem in Bayern — bis 2027 soll das Netz auf 54 Standorte mit gut 300 Ladepunkten wachsen. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die EVN-Aktie reagierte trotz der Expansion mit einem Minus von 1,2 Prozent.

Bei den Banken ging es uneinheitlich zu: RBI legte um 1,3 Prozent zu, BAWAG stieg leicht, während die Erste Group um 0,8 Prozent nachgab. Unter den Industriewerten verloren Andritz und voestalpine, AT&S dagegen gewann deutlich. Wienerberger verzeichnete mit minus 3,6 Prozent den stärksten Tagesverlust im Index.

Die eigentliche Neuzusammensetzung des ATX greift erst am 18. September nach Börsenschluss, wirksam wird sie am 21. September. Bis dahin bleibt SBO offiziell noch Teil des Leitindex — der Ausblick auf den Wechsel dürfte die Aktie aber weiter unter Beobachtung halten.

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