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Autodesk Aktie: Colella übernimmt AEC-Sparte

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 16:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Colella soll KI stärker in Autodesk-Produkte integrieren; ein autonomer Software-Assistent ist ab 2027 vorgesehen.

Extreme Makroaufnahme eines CNC-gefrästen Aluminium-Präzisionsbauteils mit Gewindebohrungen
Autodesk Inc. optimiert CNC-Fertigung per Software; Makroaufnahme zeigt präzises Aluminiumbauteil, ISIN US0527691069 Illustration mit AI erstellt.

Der US-amerikanische Softwarespezialist Autodesk richtet sein Kerngeschäft personell neu aus. Der Konzern ernannte am Dienstag Diana Colella zur neuen Executive Vice President der Sparte für Architektur, Ingenieur- und Bauwesen (AEC). Sie folgt auf Amy Bunszel, die das Unternehmen noch bis zum 2. November bei der Übergabe begleiten wird.

Colella, die seit fast drei Jahrzehnten bei Autodesk tätig ist und zuvor die Sparte Media & Entertainment verantwortete, soll die KI-Strategie des Konzerns vorantreiben und bestehende Desktop-Anwendungen enger mit modernen Cloud-Workflows verknüpfen.

Fokus auf Verzahnung der Plattformen

Mit der Personalentscheidung will Autodesk-Chef Andrew Anagnost künstliche Intelligenz tiefer in kritische Arbeitsprozesse der Kunden einbinden. Im Mittelpunkt steht die Aufgabe, traditionelle CAD- und Modellierungslösungen wie Revit und Civil 3D stärker an die Cloud-Plattform Forma anzubinden.

Langfristig sollen Arbeitsabläufe schrittweise in diese Umgebung überführt werden, ohne den laufenden Betrieb etablierter Desktop-Software abrupt zu unterbrechen.

Parallel zu der personellen Weichenstellung baute Autodesk am Mittwoch die Zusammenarbeit mit dem Planungs- und Beratungsunternehmen Arcadis aus. Ziel der Kooperation ist es, domänenspezifisches Fachwissen und Schnittstellenprotokolle in die Design-and-Make-Plattform von Autodesk zu integrieren, um automatisierte Planungsabläufe in Kundenprojekten zu beschleunigen.

Für die künftige Produktpalette bereitet das Unternehmen derzeit die nächste Generation seines Software-Assistenten vor. Wie das Management ankündigte, soll der autonome Assistent ab 2027 eingeführt werden und eigenständig architektonische Layouts sowie Projektprüfungen unterstützen. Ein integrierter Steuerungsmechanismus soll dabei je nach Aufgabe, Präzision und Rechenkosten spezialisierte Modelle auswählen.

Sektorübernahme sorgt für Neubewertung

An den Finanzmärkten sorgte zuletzt zudem eine Großübernahme im Branchenumfeld für Aufmerksamkeit. Die Vereinbarung von Schneider Electric, den Konkurrenten PTC für rund 22,6 Milliarden US-Dollar in bar zu übernehmen, rückte Bewertungsmaßstäbe im gesamten Industriesoftwaresektor in den Fokus der Anleger.

Der Baraufschlag von über 40 Prozent auf den damaligen PTC-Kurs veranlasste Marktteilnehmer dazu, auch die Margenstärke anderer etablierter Anbieter neu abzuwägen.

Nach einer mehrtägigen Aufwärtsbewegung notiert die Autodesk-Aktie aktuell bei 209,05 Euro. Das entspricht einem Wochengewinn von 11 Prozent. Mit dieser jüngsten Erholung liegt das Papier nun wieder 0,3 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Für Anleger kommt es in den nächsten Monaten vor allem darauf an, wie reibungslos der Führungswechsel im operativen Geschäft verläuft und ob die angekündigten KI-Werkzeuge plangemäß zur Marktreife gelangen.

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